Energie-Förderung
Geothermie: «Die Hoffnung ist noch lange nicht gestorben»

Nach Basel und Zürich ist in St. Gallen ist nun bereits das dritte Geothermie-Projekt in der Schweiz gestoppt worden. Für Peter Meier von Geo-Energie Suisse ein Rückschlag, aber kein Grund nicht weiterhin an der Geothermie festzuhalten.

Rinaldo Tibolla
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Peter Meier ist CEO von Geo-Energie Suisse.

Peter Meier ist CEO von Geo-Energie Suisse.

HO/JOSEF RIEGGER BASEL

Ist das Aus für die Geothermie in St. Gallen das Aus für die Geothermie?

Peter Meier: Das Scheitern hat mit der speziellen geologischen Situation zu tun. Für Fachleute ist dies nicht erstaunlich. Der in der Schweiz selten vorkommende Malmkalk war ungenügend durchlässig. Aber immerhin können sie vielleicht Erdgas fördern. Die St. Galler haben alles richtig gemacht. Kommunikativ schwächt die Redimensionierung des Projekts in St. Gallen den Energieträger Geothermie aber schon.

Nach Basel und Zürich ist jetzt das dritte Projekt gescheitert.

Die Hoffnung ist noch lange nicht gestorben. Wir müssen dieser Technologie auch Zeit lassen. Mindestens noch zehn Jahre. Als Vergleich: Die Entwicklung des Schiefergases hat in den USA auch 30 Jahre gedauert. Unsere Technik ist umweltschonender, verursacht etwas mehr Seismizität, braucht aber auch einen Lernprozess. Wir sind erst im dritten Loch.

Ja, aber es besteht ein Erdbeben-Risiko.

Wir nehmen uns vor, keine Schäden an der Oberfläche zu machen. Es ist aber nicht zu verhindern, dass bei dieser Technologie nichts gespürt wird. Da muss man aber auch relativieren. Natürliche Erdbeben wie im Dezember in Sargans sind um einiges stärker. Schäden wurden da aber offensichtlich keine gemeldet.

Ist denn der Untergrund in der Schweiz überhaupt geeignet?

90 Prozent des tiefen Untergrunds in der Schweiz bestehen im Gegensatz zu St. Gallen aus Granit oder Gneis. Unsere Herausforderung wird sein, diesen Untergrund zu nutzen. Wir müssen technologisch so weit kommen, dass wir dieses kristalline Gestein durchlässiger machen können. Aber gleich überall bohren kann und muss man deshalb nicht.