"Wir machen jeden Tag weiter, bis Saakaschwili geht", sagte Oppositionsführer Lewan Gatschetschiladse nach Angaben von Medien in Tiflis. In der Hauptstadt versammelten sich Tausende von Regierungsgegnern. Sie warfen Saakaschwili erneut autoritäre Tendenzen vor und kündigten Proteste vor dessen Residenz an.

Im Lager der Saakaschwili-Gegner herrscht Uneinigkeit darüber, ob man auf das Angebot zum Dialog und zur Bildung einer Koalitionsregierung eingehen soll.

Am Donnerstag waren landesweit etwa 100 000 Oppositionsanhänger auf die Strasse gegangen. Viele Georgier geben ihrem Präsidenten eine Mitschuld am Krieg gegen Russland im August vergangenen Jahres, in dessen Folge Moskau die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien als unabhängige Staaten anerkannte.

Saakaschwili hat mehrmals betont, nicht vor Ende seiner zweiten und letzten Amtszeit 2013 abtreten zu wollen. Die Ex-Sowjetrepublik kommt seit der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten der Saakaschwili-Gegner durch die Polizei im November 2007 nicht zur Ruhe. Die Lage hat sich durch den Krieg und die Finanzkrise verschärft.