Genpflanzen-Anbau darf in der EU verboten werden

Ein Genmais-Kolben (Archiv)

Ein Genmais-Kolben (Archiv)

Österreich und Ungarn dürfen auch künftig den Anbau von Genmais verbieten. Das entschieden die EU-Umweltminister in Brüssel. Umweltschützer begrüssten die Entscheidung.

Die Europäische Kommission hatte den Umweltministern vorgeschlagen, die Anbauverbote für die genetisch veränderten Maissorten MON 810 des US-Konzerns Monsanto sowie T25 von Bayer aufzuheben. Die Ressortrunde wies den Wunsch mit qualifizierter Mehrheit zurück.

Derzeit ist die Sorte MON 810, die ein Gift gegen den Schädling Maiszünsler entwickelt, die einzige in Europa, die auch wirklich angebaut wird. Auch in Frankreich und Griechenland ist sie verboten. Deutschland prüft ebenfalls derzeit Wege, den Anbau von Genmais zu verbieten.

Umweltschützer begrüssten die Entscheidung der Minister. "Das ist ein Sieg für die Umwelt, Bauern und Verbraucher", sagte Marco Contiero von Greenpeace.

Die österreichischen und ungarischen Behörden hätten neue Beweise geliefert, die gegen den Anbau sprächen. "Der Schutz der Umwelt und der öffentlichen Gesundheit sollte immer Vorrang vor den finanziellen Interessen einer Handvoll agro-chemischer Unternehmen haben."

Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel äusserte massive Zweifel am derzeitigen Zulassungsverfahren in der EU für Genpflanzen. Dieses sieht grundsätzlich vor, dass die EU-Kommission auf Grundlage einer Empfehlung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA den 27 EU-Ländern einen Beschluss empfiehlt, etwa über die Zulassung einer bestimmten Sorte.

Meistgesehen

Artboard 1