Türkei-Protest
Genfer Stadtrat bleibt hart und will Foto mit Erdogan-Kritik nicht entfernen lassen

Genf werde sich von der Türkei nicht beeinflussen lassen, sagt der Genfer Stadtrat Guillaume Barazzone zur «SRF Tagesschau». Hintergrund ist der Protest der Türkei zu einem Foto, das Präsident Erdogan kritisiert.

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Erdogan-Angriff prallt beim Genfer Stadtrat ab: «Genf wird sich von gar keinem Land beeinflussen lassen. Das Foto bleibt»

Erdogan-Angriff prallt beim Genfer Stadtrat ab: «Genf wird sich von gar keinem Land beeinflussen lassen. Das Foto bleibt»

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Der Genfer Stadtrat Guillaume Barazzone sagt gegenüber der Tagesschau von SRF klipp und klar: «Genf wird sich von gar keinem Land beeinflussen lassen. Genf und die Schweiz stehen für Meinungsfreiheit ein. Gerade auf der Place des Nations in Genf, wo sich Minderheiten mit Demonstrationen müssen ausdrücken können. Deshalb steht die Stadtregierung von Genf hinter dieser Ausstellung. Es steht ausser Frage, dieses Foto zu entfernen.»

Grund für die deutliche Äusserung: Die Türkei ist erzürnt über eine in Genf ausgestellte Fotografie, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert. Das türkische Konsulat hat deshalb die Entfernung des Fotos verlangt.

Guillaume Barazzone lässt sich von Erdogan nicht beirren

Guillaume Barazzone lässt sich von Erdogan nicht beirren

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Demir Sönmez, Genfer Fotograf mit kurdischen und armenischen Wurzeln, stellt bis am Sonntag auf der Place des Nations 58 Fotografien von auf dem Platz durchgeführten Demonstrationen aus. Darunter befindet sich auch die von den türkischen Behörden beanstandete Aufnahme vom März 2014.

Das Bild zeigt ein Transparent, auf welchem der damalige Premierminister Erdogan für den Tod eines Jugendlichen anlässlich eines Protests in Istanbul verantwortlich gemacht wird. «Ich heisse Berkin Elvan, die Polizei hat mich auf Geheiss des türkischen Ministerpräsidenten getötet», stand auf dem Banner geschrieben.

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