Über diese Affäre ist der Genfer Baudirektor nun gestolpert. Muller schreibt, er trete zum Schutz seiner Angehörigen und seiner eigenen Gesundheit zurück. Die Angriffe, die er in den vergangenen Wochen habe erleiden müssen, erlaubten es ihm nicht mehr, seine Aufgaben mit der nötigen Energie und Abgeklärtheit zu erfüllen.

Er hoffe, dass sich mit seinem Rücktritt die Genfer Behörden erholen könnten, schreibt Muller weiter. Seine Geschäfte will er am kommenden Mittwoch, zu Monatsende, abgeben. Zu den Vorfällen vor der Genfer Disco Moulin à Danse hielt der abtretende Regierungsrat fest, er habe die Wahrheit gesagt.

Gewisse Kreise aber würden niemals zufrieden sein mit den Antworten, die er geben könne. Sie seien auch nicht bereit, einen Schlussstrich ziehen. Dieses Spiel wolle er nicht mitspielen, schreibt Muller. Der Regierungsrat hatte zuerst abgestritten, selber gewalttätig gewesen zu sein und lediglich von einer "Auseinandersetzung unter Männern" gesprochen.

Umstrittene Entschädigung

Anfang Februar hatte Muller mit dem Barkeeper einen Vergleich abgeschlossen und ihm eine Entschädigung gezahlt. Über den Inhalt des Vergleichs und die Höhe der Entschädigung vereinbarten die beiden Stillschweigen.

Seine Regierungsratskollegen allerdings beschlossen vergangene Woche, dass ein vom Kanton beauftragter Experte Einsicht in die Vereinbarung erhalten soll. Der Experte sollte untersuchen, ob die Entschädigung zu hoch ausgefallen war. Muller erklärte sich mit dem Vorgehen einverstanden.

Bereits im letzten Sommer hatte Mark Muller für negative Schlagzeilen gesorgt. Damals deckte das Westschweizer Fernsehen auf, dass der Regierungsrat in einer Sieben-Zimmer-Wohnung mitten im teuren Genf für eine Miete von 1800 Franken wohnt. Muller war etwas mehr als sechs Jahre im Amt.