Genf feiert 10 Jahre Ottawa-Konvention mit symbolischer Sprengung

Stuhl als Symbol für Minenopfer

Stuhl als Symbol für Minenopfer

Mit einer symbolischen Sprengung ist in Genf das 10-Jahre-Jubiläum der Ottawa-Konvention gefeiert worden. Die Konvention verbietet Anti-Personen-Minen und ist eine Erfolgsgeschichte: Inzwischen haben 156 Staaten, darunter die Schweiz, solche Minen verboten.

Pyrotechniker sprengten auf der Place des Nations ein Bein eines 12 Meter hohen Stuhls in die Luft. Der Stuhl - mit einem fehlenden Bein - steht seit 1997 auf dem Platz als Symbol für die Opfer von Landminen.

Vor der Sprengung hatten die Feuerwerker das fehlende Bein wieder aufgebaut und zwar aus 40 Millionen Krachern. Diese sprengten sie wieder in die Luft.

Allerdings klappte die Sprengung nicht auf Anhieb: vier Versuche waren nötig, um das Bein zu zerstören. Anschliessend schwebten 156 Ballone - pro Vertragsstaat ein Ballon - in den Himmel über Genf. Die Zeremonie war von der Nichtregierungsorganisation Handicap International (HI) organisiert worden.

Die 40 Millionen Feuerwerkskörper standen für die 40 Millionen Minen, die die Vertragsstaaten der Ottawa-Konvention bis heute zerstört haben, wie HI-Direktor Paul Vermeulen sagte. "Der Kampf muss weitergehen, es ist nach wie vor dringend."

Der Schweizer Botschafter Jürg Streuli sagte, dass die Zahl der Menschen, die Minen zum Opfer fallen von 20 000 im Jahr 1997 auf 6000 Menschen 2007 gefallen sei. Die Ottawa-Konvention sei universell, betonte er und äusserte die Hoffnung, dass die USA unter Präsident Barack Obama der Konvention endlich beitreten.

Die Zeremonie fand auch im Beisein des kolumbianischen Vize-Präsidenten Francisco Santos Calderon statt. Kolumbien wird Ende Jahr Gastgeberin der zweiten Ottawa-Überprüfungskonferenz sein.

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