Erstellt wurde der Preisvergleich gemeinsam von santésuisse, dem Dachverband der Krankenversicherer, und den Branchenverbänden der Pharmaindustrie, Interpharma und vips. Dieses Zusammengehen stellt eine Premiere dar.

Erheblich ist der Unterschied bei den Generika: Basierend auf den 98 umsatzstärksten Wirkstoffen kosten die Generika in der Schweiz zu Fabrikabgabepreisen rund doppelt so viel wie in den sechs westeuropäischen Vergleichsstaaten. Entsprechend hoch ist das Einsparpotenzial: insgesamt rund 240 Mio. Franken.

Es ging dabei um die Validierung des vom Bundesrat im letzten Juli angekündigten Massnahmenpaketes, wonach die Medikamentenpreise ab nächstem Jahr um über 400 Mio. Franken jährlich sinken sollen. Das Massnahmenpaket wird demnach die festgestellten Preisdifferenzen zum grössten Teil eliminieren.

Gemäss dem in Bern präsentierten Vergleich sind die 200 umsatzstärksten kassenpflichtigen Originalmedikamente in der Schweiz gegenüber dem aktuell gültigen Länderkorb (D, DK, NL, UK, F, AU) zu Fabrikabgabepreisen neun Prozent teurer. Dies entspricht einem Einsparpotenzial (ohne Margen) von rund 210 Mio. Franken.

Die Validierung des bundesrätlichen Massnahmenpakets durch die Kassen und die Pharmabranche zeigt, dass das Preisniveau der Originalmedikamente in der Schweiz per 1. Januar 2011 auf den Durchschnitt des Sechs-Länderkorbs sinken wird.

Für die Industrie bedeutet dies laut Interpharma-Generalsekretär Thomas Cueni "schmerzhafte Umsatzeinbussen". Diese könnten von den Filialen in der Schweiz nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeitsplätze geschluckt werden.

Zu einem "pragmatischen Kompromiss" bereit ist die Industrie bei den Generika. Zusammen mit den Versicherern will sie sich beim Bund dafür einsetzen, das Einsparpotenzial auch bei den Generika besser auszuschöpfen.