Gemeinderat will etappiertes Vorgehen

In vier «besonders exponierten oder gefährdeten Gebieten» in Frick gilt Tempo 30. Der Gemeinderat will, dass auch künftige Tempo-30-Zonen nach individuellen Faktoren geschaffen werden.

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Aargauer Zeitung

Daniel von Känel

Abklärungen laufen

In Obermumpf ist die flächendeckende Einführung von Tempo 30 ebenfalls durch Unterschriften zum Thema geworden. Eine Einwohnerin startete die Tempo-30-Initiative, die schliesslich mit 75 Unterschriften eingereicht wurde und die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf allen Ring- und Nebenstrassen fordert (AZ vom 14. Juli). «Wir versuchen, dieses Geschäft noch an der Wintergemeinde bringen zu können», sagt Peter Deubelbeiss, Gemeindeammann in Obermumpf. Ob dies schon auf diesen Zeitpunkt hin klappt, sei aber noch offen. Denn: «Im Moment laufen die Abklärungen dazu», erklärt er. Es brauche auch die Beurteilung der kantonalen Stellen, wo die Umsetzung von Tempo-30-Zonen überhaupt möglich oder sinnvoll sei. Auf der Basis dieser Abklärungen wolle man ein Konzept erstellen. Dieses müsse aber so weit ausgearbeitet sein, dass man auch Angaben zu den Kosten machen könne - vorher wolle man damit noch nicht an eine Gemeindeversammlung. Was laut Deubelbeiss ebenfalls noch geklärt werden muss, ist die Frage nach den Geschwindigkeitskontrollen. Diese müssten nach einer allfälligen Einführung von Tempo 30 genügend gewährleistet sein, sonst bringe es nicht viel. (dvk)

Eine Petition mit 440 Unterschriften hat der Elternverein Frick eingereicht. Darin äussert er den Wunsch, in Frick flächendeckend Tempo 30 einzuführen. Das steigende Verkehrsaufkommen und das Bedürfnis nach Sicherheit und Wohnqualität in familienfreundlichen Quartieren werden als Begründung aufgeführt.

«Gründliche Vorabklärung»

Heute sind in vier Quartieren in Frick Tempo-30-Zonen umgesetzt. Laut dem Gemeinderat sind es vier «besonders exponierte oder gemäss den Resultaten von Geschwindigkeitsmessungen gefährdete Wohngebiete», in denen die Tempolimite 30 gilt. Eine flächendeckende Einführung unterstützt die Exekutive von Frick gemäss ihrer Antwort auf die Petition nicht. «Tempo-Beschränkungen für ganze Gemeindegebiete werden erfahrungsgemäss oftmals abgelehnt, weil sie den individuellen Verhältnissen zu wenig Rechnung tragen», heisst es. «Deshalb wird in Frick eine etappierte und bedürfnisgerechte Weiterentwicklung dieser nicht von allen Bevölkerungskreisen gewünschten Einschränkungen angestrebt, die jeweils einer gründlichen fachtechnischen Vorabklärung bedürfen.»

«Ziele mehrmals dargelegt»

Die Ziele der kommunalen Verkehrspolitik wurden laut Gemeinderat in den letzten Jahren mehrmals an Gemeindeversammlungen dargelegt. «Die Bevölkerung war auch eingeladen, sich am Mitwirkungsverfahren für das Gesamtverkehrskonzept zu beteiligen», heisst es weiter. Die dabei gemachten Eingaben habe man so weit möglich berücksichtigt. Ein Ergebnis dieser Bemühungen seien die in diesem Jahr eingeführten Tempo-30-Zonen.

Laut Gemeindeschreiber Heinz Schmid wolle man in Frick auch künftig einzeln abklären, ob Tempo 30 möglich oder sinnvoll ist. Bei der Widengasse beispielsweise, die als Marktumfahrung diene, sei nicht klar, ob man einfach Tempo 30 einführen könne.

Nicht überall erwünscht

Tempo 30 ist zwar mancherorts schon eingeführt und umgesetzt worden, wie beispielsweise in Stein, Rheinfelden oder Kaiseraugst. Die flächendeckende Tempolimite als Massnahme für mehr Sicherheit führt aber auch verschiedentlich zu Diskussionen. So wurde beispielsweise in Zeiningen die flächendeckende Einführung von Tempo 30 an der Urne dieses Jahr abgelehnt. Bereits die Gemeindeversammlung sagte Nein, eine Interessengemeinschaft ergriff aber das Referendum. Dieses wurde bei einer Stimmbeteiligung von über 60 Prozent deutlich mit 612 gegen 316 Stimmen verworfen. Man wolle gemeinsam mit der Verkehrskommission nun nach anderen Lösungen zur Verkehrsberuhigung suchen, sagte der Gemeinderat nach der Abstimmung.

Zu einem politischen Entscheid wird es in absehbarer Zeit auch in der Gemeinde Obermumpf kommen. Eine Initiative für Tempo 30 wurde eingereicht. Damit will man laut der Initiantin für ein verkehrssicheres, kinder- und familienfreundliches Dorf sorgen.

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