Gemeinderat Affoltern: Weiterhin fünf Bürgerliche? Erstmals ein Grüner oder...?

Gemeinderat Affoltern: Weiterhin fünf Bürgerliche? Erstmals ein Grüner oder...?

Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat Affoltern, von links: Clemens Grötsch, Heidi Fraefel, Martin Gallusser, Robert Marty, Flavio De Luigi, Hans Läubli, Elsbeth Knabenhans, Walter Dürr und Hans Finsler. (Bild Martin Mullis)

Gemeinderatskandidaten Affoltern

Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat Affoltern, von links: Clemens Grötsch, Heidi Fraefel, Martin Gallusser, Robert Marty, Flavio De Luigi, Hans Läubli, Elsbeth Knabenhans, Walter Dürr und Hans Finsler. (Bild Martin Mullis)

Bleibt es bei fünf bürgerlichen Sitzen im Gemeinderat Affoltern? Ziehen erstmals die Grünen ein? Und wer wird Gemeindepräsident? Fragen, die bei den Affoltemer Gemeinderatswahlen vom 31. Januar im Vordergrund stehen. Für sieben Sitze liegen neun Kandidaturen vor.

Von Werner Schneiter

Neben der Frage der Neubesetzung des Gemeindepräsidiums, um das sich Robert Marty (FDP) und Hans Läubli (Grüne) bewerben, beschäftigt bei den Affoltemer Gemeinderatswahlen auch jene nach der parteipolitischen Zusammensetzung des Siebnergremiums. Fünf Bürgerliche und zwei von der SP - ob diese Konstellation, die trotz SVP-Parteiaustritt von Irene Enderli in den letzten vier Jahren unverändert blieb, weiter Bestand hat, wird nun im bevorstehenden Urnengang beantwortet. Sie sorgt neben der Präsidiumswahl in einem eher flauen Wahlkampf für eine gewisse Spannung. Denn an dieser bürgerlichen Dominanz wird gerüttelt.

Die Grünen präsentieren mit Kantonsrat Hans Läubli einen Präsidiumskandidaten, der vor vier Jahren als Gemeinderat das absolute Mehr zwar schaffte, aber Überzähliger ausschied. Er bringe Visionen und Ideen zur Belebung von Affoltern ein. Und er besitze die Gabe, auf diverse Interessen einzugehen, sagte Lydia Sidler, Wahlkampfleiterin der Grünen. Wird er jetzt gar Präsident oder schafft er zumindest den Sprung in den Gemeinderat? Auf Kosten von wem? Dass Läubli zumindest als Mitglied in die Exekutive einziehen wird, davon ist SP-Parteipräsident Hansueli Rickli überzeugt. Seine Prognose: «Die Bisherigen werden wieder gewählt, und von der SVP muss ein Neuer über die Klinge springen. Ich glaube nicht, dass die SVP gleich drei Kandidaten durchbringt. Zwei von der SVP, zwei von der FDP, zwei von der SP und ein Grüner - das ist meine Voraussage». Rickli begründete sie mit der Vermutung, wonach die Stimmberechtigten wollen, dass alle Parteien angemessen vertreten sind und der Proporz stimmt - obwohl im Gemeinderat nicht Parteipolitik, sondern Sachfragen im Vordergrund stehen. Die SP, die Hans Läubli unterstützt und seine Chance bei 1:1 sieht, tritt mit Elsbeth Knabenhans (bisher) und Martin Gallusser (neu) an, die sich gemäss Wahlslogan «für unsere kleine Stadt» einsetzen wollen.

«Diese 5»

Ziemlich anders sieht es - was Wunder - Thomas Hunziker, Präsident der FDP Affoltern. «Ich bin zuversichtlich und glaube, dass wir unser bürgerliches Fünferticket durchbringen können», sagt er und stützt sich auf Aussagen und Diskussionen in seinem Umfeld, «das natürlich bürgerlich geprägt ist». Für nötig hält Hunziker aber eine weitere Mobilisierung des bürgerlichen Lagers. «In dieser Hinsicht werden wir noch einiges tun, um auch zu verhindern, dass jene der Urne fernbleiben, die jeweils sagen: Der oder die wird ja ohnehin gewählt». Beim Gemeindepräsidium sieht der FDP-Parteipräsident «ganz klar den Macher» Robert Marty vor Hans Läubli. «Marty ist hervorragend geeignet für dieses Amt», so der Parteipräsident.

Es hat sich kürzlich ja auch ein bürgerliches Komitee gebildet, das «Diese 5» zur Wahl vorschlägt: Robert Marty (FDP, auch als Präsident), Heidi Fraefel (FDP, bisher), Walter Dürr (SVP, bisher), Flavio De Luigi (SVP, neu) und Hans Christian Finsler (SVP, neu). Auf eine solche Wahl hofft natürlich SVP-Ortsparteipräsident Flavio De Luigi, der sich ebenfalls optimistisch gibt. In seinem Umfeld wirbt er für die Variante «Diese fünf - und keine anderen auf dem Wahlzettel». Er sagt: «Wer wirklich bürgerlich wählen will, schreibt nur diese fünf Namen auf den Stimmzettel. Wir wollen keine Verzettelung von Stimmen».

Der neunte Kandidat im Bunde ist Clemens Grötsch, parteilos. Seine Chancen werden von den Parteistrategen aus allen Lagern als gering bezeichnet, «weil man nicht weiss, wo er steht», so Flavio De Luigi. Für ihn ist es wichtig, dass Wählerinnen und Wähler auch bei Sachpolitik klare Standpunkte erkennen können. Und Hans-ueli Rickli sagt: «Es ist besser, sich in einer Partei zu engagieren. Gemeinde4ratsmitglieder sind dann auch gezwungen, sich dort zu erklären.» Eine Parteizugehörigkeit müsse nicht sein, gleichwohl vertrete er bei Sachvorlagen klar Standpunkte, die dann halt mal näher bei dieser oder jener Partei liegen, sagt Clemens Grötsch, ehemaliger Präsident des Männerchors, der seit 28 Jahren im Bankgeschäft tätig ist und sich bei der bevorstehenden Wahl auch ohne Partei eine Chance ausrechnet. «Meine Parteilosigkeit finden viele sympathisch, meinen stillen Wahlkampf auch», hält er fest.

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