Im Aargau soll es mehr Betreungsplätze für Kinder geben
Gemeinden müssen ab 2013 für Kinderbetreuung sorgen

Der Regierungsrat will die Gemeinden dazu verpflichten, ab 2013 genügend Angebote zur Kinderbetreuung bereit zu stellen. Kinder sollen von 7 bis 19 Uhr betreut werden. Das Vorhaben kostet jährlich 137 Millionen Franken. Bezahlen sollen es Eltern und Gemeinden.

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Kinderbetreuung soll ausgebaut werden im Kanton Aargau.

Kinderbetreuung soll ausgebaut werden im Kanton Aargau.

Keystone

Es gäbe heute Gemeinden, die bereits über ein breites Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung verfügen, stellt der Regierungsrat fest. Andere dagegen engagierten sich bisher nicht.

Dieses Ungleichgewicht will Sozialdirektorin Susanne Hochuli nun abhelfen und zwar mit einer Teilrevision des Sozialhilfe- und Präventionsgesetzes (SPG).

Es soll Platz für alle geben

Die grüne Regierungsrätin will so sicherstellen, dass im ganzen Kanton bedarfsgerechte Betreuungseinrichtungen für Kinder bis zum Ende der Schulpflicht vorhanden sind. Und zwar von sieben Uhr in der Früh bis sieben Uhr abends. Damit soll der Kanton im Standortwettbewerb an Attraktivität gewinnen. «Das ist ein knallharter Standortfaktor», sagt Hochuli.

In die Pflicht genommen werden die Gemeinden. Sie müssen dafür sorgen, dass das Angebot bereitgestellt wird. Sie können diese Aufgabe selber wahrnehmen, sie Dritten übertragen oder in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden erfüllen.

Gemeinden entscheiden, wie es gemacht wird

Damit die Kinder möglichst in ihrem sozialen Umfeld eingebettet bleiben, soll das Betreuungsangebot in der Regel vor Ort - zum Beispiel im Umfeld der Schule - vorhanden sein. Der Besuch ist freiwillig.

Zudem ist es den Gemeinden überlassen, mit welchen Betreuungsformen sie den Bedarf abdecken. Die Palette reicht von Kindertagesstätten über Tagesstrukturen und Mittagstische bis zu Tagesfamilien.

Kosten: 137 Millionen Franken

Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Teilrevision wird jährliche Kosten von rund 137 Millionen Franken zur Folge haben. Diese Kosten sollen in erster Linie durch die Eltern und die öffentliche Hand getragen werden. Die Eltern sollen 56 Millionen beisteuern, die Gemeinden 74 Millionen. Die restlichen 8 Millionen übernimmt der Kanton. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Summen aufgrund.

Gleichzeigt will der Kanton auch Qualitätstandards für die Betreuungseinrichtungen defnieren. Dabei geht es um die Infrastruktur von Betreuungsstrukturen, die Anforderungen an die Betreuungspersonen, die inhaltlichen Konzepte sowie die Zusammenarbeit vor Ort. (rsn)

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