Irena Jurinak

Noch Ende März hatte Schöftland keinen einzigen Asylbewerber in der Gemeinde untergebracht und muss deshalb für das erste Quartal 4500 Franken Ersatzabgabe an den Kanton bezahlen. Mittlerweile verhandelt man mit dem Besitzer einer Liegenschaft, in welcher voraussichtlich ab Mai fünf Asylbewerber wohnen werden.

«Wir sind wählerisch», sagt Rudolf Maurer, Gemeindeschreiber in Schöftland, «das sagen wir auch ganz klar. Wir wollen am liebsten Familien aufnehmen.» Diese seien im Dorf einfacher zu integrieren. Und man wolle die Wohnungen nicht nach einem halben Jahr wieder «zwäg machen» müssen. Räume für Einzelpersonen habe man keine, die Zivilschutzräume lägen mitten im Schulareal und seien deshalb nicht geeignet. «Wenn möglich versuchen wir unser Soll von 11 Bewerbern zu erfüllen.»

Nicht alle suchen aktiv

In Hirschthal heisst es, man suche nicht auf Teufel komm raus. «Wir zahlen halt», so Gemeindeschreiber Hansjörg Baumberger. Zurzeit habe man kein passendes Objekt und keine Leerwohnungen. «Während des Kosovokrieges haben wir während mindestens 10 Jahren rund 20 Asylbewerber aufgenommen.» Jene Liegenschaften seien jedoch abgebrochen und durch Neubauten ersetzt worden.

Aktiv sucht man auch in Seengen nicht - die Gemeinde hat nur einen der zehn vom Kanton verlangten Asylbewerber untergebracht. Man halte zwar die Ohren und Augen offen, so Gemeindeammann Nelli Ulmi, aber es gebe einfach keine leeren Wohnungen. «Und der Vermieter muss bereit sein, solche Personen aufzunehmen. Die meisten winken ab, weil sie die Folgen fürchten.» Seengen wird wohl auch für die kommenden Quartale die Ersatzabgabe von 3600 Franken bezahlen.

Schwierigkeiten passende Unterkünfte zu finden, hat auch Seon. Deshalb wandte sich der Gemeinderat in einem Brief an den Kanton und wies darauf hin, dass die Gemeinde durch das Wohnheim Satis bereits erhebliche Soziallasten trage. Er bat darum, die Zahl der aufzunehmenden Asylsuchenden zu verringern. Laut Balz Bruder, Kommunikationsleiter des Departementes Gesundheit und Soziales vertrete der Kanton jedoch die Ansicht, dass sich unterschiedliche Themen nicht miteinander verrechnen liessen. Jede Gemeinde müsse ihre Aufnahmepflicht erfüllen.