Gemeinde ist startklar

Die neue Gemeinde Laufenburg rechnet im Voranschlag 2010 mit einem Aufwandüberschuss von 1,7 Millionen Franken. Der Steuerfuss beträgt 104 Prozent. Dies entspricht dem heutigen Steuerfuss von Laufenburg.

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Die Traktandenliste der bevorstehenden gemeinsamen Gemeindeversammlung der Laufenburger und Sulzer Stimmberechtigten sei reich befrachtet, weshalb man bereits im Vorfeld über die wichtigsten Geschäfte informieren möchte, meinte der Laufenburger Stadtammann Rudolf Lüscher in seiner Begrüssung. Eine beachtliche Zahl Interessierter liess es sich nicht nehmen, in der Aula des Schulhauses Blauen in Laufenburg aus erster Hand über die zukünftige Situation der neuen Gemeinde informieren zu lassen.

Der Voranschlag

Ursula Jutzi, Vizeammann von Laufenburg, stellte den Voranschlag 2010 vor. Dieser rechnet bei einem Steuerfuss von 104 Prozent, was dem aktuellen Steuerfuss von Laufenburg entspricht, mit einem Aufwandüberschuss von 1,7 Millionen Franken. Der Steuerfuss von Sulz beträgt aktuell 123 Prozent. Der Aufwandüberschuss wird aus dem Eigenkapital von Laufenburg finanziert. Man erwartet einen Entschuldungsbeitrag des Kantons von vier Millionen Franken. Wegen der hohen Aktiensteuereinnahmen von Laufenburg im Jahr 2008 muss die neue Gemeinde zudem in den Topf des Finanz- und Lastenausgleichs 2,4 Millionen Franken entrichten. Etwas gemildert wird diese Abgabe durch die 500 000 Franken, welche Sulz noch aus ebendiesem Topf erhält. Unter dem Strich ergibt sich demnach ein Kantonsbeitrag von 1,87 Millionen Franken, was ziemlich genau dem Aufwandüberschuss entspricht. Die neue Gemeinde weist zusammen mit den Eigenwirtschaftsbetrieben Bankschulden von 15,8 Millionen Franken auf. Für die kommenden Jahre zeigt der Finanzplan einen Investitionsbedarf von über 20 Mio. Franken.

Neue Preisstruktur

Eine gänzlich neue Preisstruktur musste für die zusammengeführte Elektrizitätsversorgung geschaffen werden, die von Gemeinderat Carlo Alfano ausführlich präsentiert wurde. Verursacher dafür ist freilich nicht der Zusammenschluss. Die neuen Bundesvorschriften im Rahmen der Liberalisierung des Strommarkts zwingen dazu. Die Abklärungen zeigten zudem, dass in Laufenburg einzelne Tarife nicht kostendeckend waren, weshalb nötige Investitionen nicht mehr direkt finanziert werden konnten. Die vorgenommenen Korrekturen führen für die Laufenburger Stromkonsumenten zu Aufschlägen bis zu zehn Prozent. Am stärksten von den Aufschlägen betroffen ist die Kategorie Haushalt und Gewerbe. Diese Aufschläge seien schmerzlich, meinte dazu Carlo Alfano, sie liessen sich aber nicht vermeiden.

Etwas erfreulicher sieht demgegenüber die Rechnung für die Sulzer Konsumenten aus, welche mit einer Preisreduktion von zwei Prozent rechnen dürfen. Allerdings waren deren Stromtarife im Vergleich zu Laufenburg bisher auch entsprechend höher. Auf eine Frage aus dem Publikum teilte der Sulzer Gemeindeammann mit, dass das Netz von Sulz auf einem hervorragenden Stand sei, man habe in den letzten Jahren namhafte Investitionen in den Ausbau getätigt und sei heute trotzdem schuldenfrei. Die vereinheitlichten Tarife für die Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallentsorgung stellte Herbert Weiss, Gemeindeammann von Sulz, vor, wo insgesamt nur unwesentliche Änderungen zu erwarten sind. Bei der Abfallentsorgung wird für die Sulzer die Pauschalgebühr neu sein, dafür sind dann die Sackgebühren günstiger.

Neues Personalreglement

Das neue Personalreglement präsentierte Stadtammann Rudolf Lüscher. Man habe hier eine fortschrittliche Rechtsgrundlage geschaffen, meinte er dazu. Personalchef der neuen Gemeinde sei Gemeindeschreiber Walter Marbot, während der Stadtammann der Personalverantwortliche im Gemeinderat ist. Insgesamt verfügt die neue Gemeinde über 28,4 Stellen, verteilt auf 32 Mitarbeitende. Damit habe man auch das Synergiepotenzial des Zusammenschlusses genutzt, sei doch der Lohnaufwand 2010, bezogen auf 2009, um 6,5 Prozent niedriger. Das budgetierte Lohnwachstum von zwei Prozent werde zudem vollumfänglich zum Ausgleich bestehender Lohnunterschiede zwischen den beiden Gemeinden verwendet.

Den Abschluss des Abends machte der Sulzer Gemeindeammann Herbert Weiss. Das Verhältnis zwischen Laufenburgern und Sulzern sei heute ziemlich genau 50 zu 50 gewesen. Er wünsche sich dies auch für die Gemeindeversammlung in Sulz. Weiss liess zudem keine Zweifel daran, dass sich die neue Gemeinde vorteilhaft entwickeln werde. (dds)