Sie hätte ihn seit Februar 2011 mehrmals gebeten, ihren Ehemann "verschwinden zu lassen", sagte der 36-Jährige vor Gericht. Er habe dies aber immer abgelehnt. Auch gegen Bezahlung wollte er nach eigenen Angaben nichts damit zu tun haben.

Involviert in den Fall ist er trotzdem. Seinen Aussagen zufolge hat er die Leiche des Tessiners am Abend der Tat gesehen. Er habe der Familie einen Besuch abstatten wollen, sagte er. Der Sohn habe ihn rein gelassen - und ihm den blutigen Körper des Toten gezeigt. Die Polizei rief der 36-Jährige nicht.

Dem Gericht erzählte er weiter, am Tag darauf die Ehefrau in Serbien angerufen und informiert zu haben. Diese hätte nur geantwortet, er würde scherzen. Als die Medien die Geschichte wenige Tage später herausbrachten, habe er sie wieder angerufen. Ihre Reaktion sei aber nicht eindeutig zu verstehen gewesen.

Tathergang widersprüchlich

Die Aussagen des 36-Jährigen, der sich in einem gesonderten Verfahren der Justiz stellen muss, sollten am Mittwoch auch Informationen zum eigentlichen Tathergang am 1. Juli bringen. Wie der Richter mit Zitaten aus verschiedenen Verhörprotokollen belegte, gibt es widersprüchliche Aussagen.

Der mutmassliche Haupttäter, der 17-jährige Serbe, gab nach seiner Festnahme an, allein agiert zu haben. Er soll seinem Stiefvater gebeten haben, ihm beim Suchen eines Ohrrings im Bad zu helfen. Als dieser sich bückte, schlug er mit der Axt auf ihn ein. Anschliessend stach er mit einem Messer zu.

Einer der Angeklagten allerdings, ein 29-jähriger Kosovare, belastete einen weiteren Beschuldigten, den portugiesischen Markthändler. Dieser soll ihm erzählt haben, dabei gewesen zu sein, als der Minderjährige seinen Stiefvater tötete. Sie hätten ihn gemeinsam, mit einer dritten Person, in die Badewanne gelegt.

Der Markthändler, der vom Gericht direkt befragt wurde, wollte dieser Version am Mittwoch aber nicht zustimmen.