Liberia

Gemäss Verteidigung ist Liberias Ex-Präsident kein Kriegsverbrecher

Charles Taylor steht vor Gericht

Charles Taylor steht vor Gericht

Der Ex-Präsident Liberias, Charles Taylor, hat alle Vorwürfe von Kriegsverbrechen zurückweisen lassen. Es sei nicht bewiesen, dass Taylor für die Verbrechen von Rebellen in Liberias Nachbarland Sierra Leone verantwortlich sei, erklärte sein Anwalt.

Der heute 61-jährige Taylor, als "Herr der Blutdiamanten" berüchtigt, war 2003 als erster amtierender afrikanischer Staatschef vor einem internationalen Strafgericht wegen Kriegsverbrechen angeklagt worden. Er soll von Dienstag an mehrere Wochen lang als Zeuge der Verteidigung befragt werden.

Der Prozess wird mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag im März einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir wegen ähnlich schwerer Verbrechen in der westsudanesischen Region Darfur ausgestellt hat.

Staatsanwalt Stephen Rapp warf Taylor in elf Anklagepunkten vor, die für extreme Grausamkeiten berüchtigte Rebellentruppe "Revolutionäre Vereinigte Front" (RUF)in Sierra Leone bewaffnet, ausgebildet und kontrolliert zu haben.

Die RUF von Taylors Kumpanen Foday Sankoh "bestrafte" Dorfbewohner unter anderem durch das Abhacken von Gliedmassen und das Abschneiden ihrer Lippen.

Dem Bürgerkrieg in Sierra Leone fielen zwischen 1991 und 2001 nach UNO-Schätzungen mehr als 250'000 Menschen zum Opfer. Für die Ausrüstung der Rebellen soll Taylor in Sierra Leone geraubte Diamanten kassiert haben.

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