Geld für Schulbau ist genehmigt

Die Schule Unterentfelden klagt über akuten Platzmangel. Auf der Spielwiese ist deshalb ein multifunktionales Schulgebäude geplant. Der Gemeinderat wollte das Traktandum absetzen: zu teuer.

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Aargauer Zeitung

Wichtigstes Traktandum an der 19. Sitzung des Kreisschulrates Entfelden am Mittwochabend in der Aula des Oberentfelder Oberstufenschulhauses war ein Kredit von 4,6 Mio. Franken für den Bau eines dreigeschossigen Kindergarten- und Schulgebäudes in Unterentfelden.

Nach den Plänen der Aarauer Architkten Felber Widmer Kim soll ein multifunktionales Gebäude mit Mehrzweckraum, zwei Kindergartenabteilungen, zwei Klassenzimmern, Gruppenräumen, Sitzungszimmer, Küche, Garderoben, WC-Anlagen, Material- und Technikräumen entstehen.

Zu Beginn der von Präsident André Tobler geleiteten Sitzung stellte der Oberentfelder Gemeinderat Markus Werder den Antrag, das Traktandum Schulneubau abzusetzen. «Der Kindergartenersatz ist dringend und auch die Raumnot in Unterentfelden ist unbestritten. Aber mit einer Kostensteigerung von 2,5 Mio. auf 4,6 Mio. Franken ist der Gemeinderat Oberentfelden nicht einverstanden.» Zudem sei der Zeitpunkt, vier Tage vor der Kleeblatt-Abstimmung, denkbar ungünstig. «Ich bin überzeugt, dass das Kleeblatt Einfluss auf die Raumgestaltung hat», so Werder. Zu einem späteren Zeitpunkt sei von der Baukommission ein optimiertes Gesamtprojekt zu präsentieren.

Die Unterentfelder Gemeinderätin Ruth Ursprung plädierte hingegen für die Annahme des Kostenvoranschlags: «Die Kosten sind beträchtlich, aber nachvollziehbar. Es ist ein multifunktionelles Gebäude, das alle Ansprüche abdecken wird.» Der Antrag der Gemeinderates Oberentfelden das Traktandum abzusezten, fand beim Rat mit 4 Ja- und 11 Nein-Stimmen kein Gehör.

Nur eine Grobkostenschätzung

Die Kostensteigerung gegenüber der im April 2007 präsentierten Grobkostenschätzung von 2,5 Mio. Franken gab zu reden. «Wir haben damals nicht genug kommuniziert, dass da weiteres hinzukommt», gestand Schulpfleger Markus Hugentobler, Vorsitzender der Baukommission, ein. Die damalige Berechnung basierte auf der Kubatur und nicht wie die aktuelle Berechnung, auf der Anzahl der Schulräume. «Die Kosten haben sich zudem durch den Teuerungsschub von 2005 bis 2009 stark verändert», betonte Beat Hux, Mitglied der Baukommission.

Schliesslich wurde abgestimmt. «Für Beschlüsse über Investitionen braucht es das qualifizierte Mehr - also mindestens 11 Stimmen», betonte André Tobler. Mit 11 Ja und 5 Nein wurde dem Kostenvoranschlag für das Kindergarten- und Schulgebäude in Unterentfelden denkbar knapp zugestimmt. Im Herbst sollen Ober- und Unterentfelden an der Urne über den Baukredit abstimmen. «Bei einem Ja könnten wir 2010 mit dem Bau beginnen und das Gebäude im Sommer 2011 beziehen», hofft Markus Hugentobler.

Kein Anlass zu Diskussionen gaben das Protokoll sowie die Rechnung 2008, die bei Gesamtkosten von 7,8 Mio. mit einem Minderaufwand von 137 000 Franken abschloss. Ebenfalls genehmigt wurden der Rechnenschaftsbericht sowie eine Änderung im Geschäftsreglement des Kreisschulrates. (sim)