SwissALPA
Gekröpfter Nordanflug wäre für Linienpiloten machbar - aber dennoch nicht optimal

Vor vier Jahren sagte der Dachverband der Linienpiloten aus Sicherheitsgründen klar Nein zum gekröpften Nordanflug. Heute sind sie zwar immer noch nicht begeistert davon, ein Nein tönt aber anders.

Mathias Küng
Drucken
Teilen
Flügel eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Swiss (Archiv)

Flügel eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Swiss (Archiv)

Keystone

Aeropers-SwissALPA, der Dachverband aller Schweizer Linienpiloten, hat eine politische Beurteilung des gekröpften Nordanflugs vorgenommen. Laut Sprecher Thomas Steffen erwartet Aeropers-SwissALPA, dass jeder Anflug auf Schweizer Flughäfen nach den Standards der ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) festgelegt wird: «Aus Pilotensicht ist das beste Verfahren ein gerader ILS-Anflug, alles andere ist fliegbar, aber nicht optimal.»

Aeropers stellt fest, dass das politische Korsett für die Festlegung von An- und Abflugverfahren am Flughafen Zürich schon heute sehr eng ist. Oft müssen zum Beispiel Landungen aus politischen Gründen mit Rückenwind durchgeführt werden, was aus aviatischer Sicht nicht sinnvoll ist, so Steffen.
Bereits bekannt ist die technische Beurteilung des «Gekröpften» durch Aeropers. Selbst mit Satellitenunterstützung habe dieses Manöver heute nicht die gleiche Qualität wie der Anflug mit einem gebräuchlichen Instrumentenlandesystem, sagte Geschäftsführer Henning Hoffmann in der «SonntagsZeitung». Handwerklich sei dieser Anflug machbar. Ein abschliessendes Urteil könne man sich indessen erst bilden, wenn dereinst ein konkretes Projekt vorliegt, ergänzt Steffen gegenüber der az.

Als der Bazl-Entscheid 2008 ein erstes Mal anstand, hatte Aeropers-SwissALPA eine negative Stellungnahme abgegeben. Technische Verfahren werden aber stetig weiterentwickelt, sodass eine definitive Beurteilung laut Steffen erst erfolgen kann, wenn ein konkreter Vorschlag vorliegt.
Nicht umschalten, durchstarten
Heute kann Kloten auf Piste 14 neuerdings bereits satellitengestützt (aber nur gerade) angeflogen werden. Laut Steffen geschieht dies allerdings noch selten - das übliche Instrumentenlandesystem ILS wird von den Piloten bevorzugt. Jeder Anflug benötigt eine umfassende Vorbereitung und kann nicht einfach per Knopfdruck angepasst werden. Deshalb wird bei Problemen im Anflug durchgestartet. Dann ginge es in die Warteschleife, um das Problem zu klären. Das würde man dann laut Steffen beim gekröpften Nordanflug genauso handhaben. Steffen: «ILS- und satellitengestützte Anflüge sind grundsätzlich beide sicher durchführbar.»

In einem scheint man sich unter Fachleuten einig. Steffen, Senior First Officer auf Airbus 330 und 340 bei der Swiss: «Als Pilot bin ich überzeugt, dass satellitengestützte Anflüge die Zukunft sind.» Der Vorteil dieses Systems bestehe darin, so seine persönliche Überzeugung, dass man unabhängig von Navigationseinrichtungen am Boden anfliegen kann. (MKU)

Aktuelle Nachrichten