Steuerabkommen
Gehen wegen Steuerabkommen reihenweise Banken ein?

Die Schweiz steht mit Deutschland vor einer Einigung im Steuerstreit. Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz befürchtet, dass auch der Schweizer Fiskus Appetit bekommen könnte. Und das Vermögensverwalter reihenweise eingehen.

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Für Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist klar: Kommt das Abkommen tatsächlich noch diesen Monat zustande, dann ist das für Finanzminister Hans-Rudolf Merz ein gelungener Abschluss seiner Bundesratskarriere.

Der Banker bricht deswegen aber nicht in Jubel aus, wie der im Video-Interview mit der az erklärt. «Wir müssen zuerst genau diskutieren, welches die Auswirkungen sind», erklärt er. Das Abkommen beinhaltet auch eine Kapitalgewinnsteuer. Vincenz will verhindern, dass diese auch für Schweizer Kunden eingeführt wird. «Wir müssen Lösungen finden, dass wir differenzieren können zwischen Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz und im Ausland», sagt Vincenz.

Viel Arbeit

Absehbar ist auch bereits: Mit den Zinsbesteuerungsabkommen wird sehr viel Aufwand auf die Banken zukommen. Denn jedes Abkommen wird unterschiedlich sein, vor allem die Abbildung in den Computersystem wird kleinere Institute überfordern.

«Es wird eine Strukturbereinigung bei Banken geben, insbesondere bei kleineren Vermögensverwaltern», prognostiert Vincenz bereits heute, da noch kein Abkommen unter Dach und Fach ist. Etliche Vermögensverwalter werden verschwinden. Eine Zahl will der Raiffeisenchef aber nicht. (rsn)