Doch damit nicht genug: Neben dem 11-seitigen, vertraulichen Bundesrats-Dokument lagen noch etliche Dokumente der APK, die ebenfalls nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Alles achtlos weggeworfen.

Leck in den eigenen Reihen

Besonders peinlich: Genau dieses Protkoll, das die Zeitung «Sonntag» bereits in Auszügen zitiert hatte, löste am Wochenende heftige Reaktionen aus. So verurteilte APK-Präsident Geri Müller die Publikation aufs Gröbste und reichte sogar Strafanzeige ein, um das Leck in den eigenen Reihen zu finden.

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz sprach gegenüber dieser Zeitung von einer «Inquisition»: «Ich bin von den Medien verraten worden in dieser Angelegenheit, durch Indiskretionen, durch Vorwegnahme.» Der aktuelle Vorfall zeigt nun aber, wo die Indiskretionen passieren.

«Ein dummer Fehler»

Müller, Nationalrat der Grünen und APK-Präsident, zeigt sich denn auch zerknirscht über den fahrlässigen Umgang seiner Kommission mit vertraulichen Dokumenten. Gegenüber der «Rundschau» spricht er von einem ganz «dummen» Fehler: «Das ist sicher nicht mutwillig passiert, sondern sorglos - was natürlich nicht unbedingt ein Qualitätszeichen ist.»

Nach der Herausgabe des Protokolls in der Kommission habe er darauf hingewiesen, dass es sich um vertrauliche Papiere handle, die vernichtet oder abgelegt werden dürften. Und Müller hat noch ein Argument parat: «In aller Regel sind wir im Bundeshaus. Da haben wir engere Sicherheitsvorkehrungen, wir haben dort einen Schredder.»

Noch ist nicht bekannt, wer das Dokument in den Papier- korb geworfen hat. (JEP)