Personenfreizügigkeit
Geheime Umfrage zeigt: Schweizer sind gegen Personenfreizügigkeit mit Kroatien

Das Schweizer Stimmvolk lehnt die Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien ab. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Economiesuisse durchgeführt hat. Der Dachverband der Wirtschaft hält die Umfrage unter Verschluss.

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Die Personenfreizügigkeit soll auf Kroatine ausgedehnt werden - die Bevölkerung ist skeptisch.

Die Personenfreizügigkeit soll auf Kroatine ausgedehnt werden - die Bevölkerung ist skeptisch.

Keystone

Die bisher unveröffentlichte Umfrage wurde im Herbst vom Forschungsinstitut GFS Bern im Auftrag des Unternehmensdachverbands Economiesuisse durchgeführt. Das Resultat: 50 Prozent der Befragten wollen nein stimmen, nur 44 Prozent ja, wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt.

Damit droht dem Politik- und Wirtschafts-Establishment nach dem wahrscheinlichen Ja zur Abzocker-Initiative von heute Sonntag bereits die nächste herbe Niederlage. Abgestimmt wird wahrscheinlich 2014. Bei Economiesuisse und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband ist man alarmiert.

Ein Nein zur Erweiterung auf Kroatien, das voraussichtlich am 1. Juli der EU beitritt, hätte schwerwiegende Folgen für die Schweiz, warnt Arbeitgeber-Direktor Thomas Daum. «Das würde die Personenfreizügigkeit mit der EU und damit die ganzen Bilateralen I in Frage stellen.»

Um dieses Horrorszenario abzuwenden, haben nun die beiden Wirtschaftsverbände eine Informationskampagne gestartet. Sie läuft unter dem Titel «Darum braucht die Schweiz die Zuwanderung». Dazu gehören eine Internetseite, Faktenblätter und eine Broschüre, die in mehreren zehntausend Exemplaren verteilt wird. Die Kampagne richtet sich auch gegen die SVP-Volksinitiative gegen Masseneinwanderung und gegen die Ecopop-Initiative. Gemäss der Umfrage von GFS Bern würden zum heutigen Zeitpunkt beide abgelehnt.