Rentenalter

Gegner warnen: Frühpensionierte sind Opfer der AHV-Reform

«Mit der Reform würde das frühestmögliche Pensionierungsalter auf 62 Jahre erhöht», sagt Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und SGV-Direktor. (Symbolbild).

«Mit der Reform würde das frühestmögliche Pensionierungsalter auf 62 Jahre erhöht», sagt Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und SGV-Direktor. (Symbolbild).

Die Gegner sagen, Frühpensionierungen ab 58 Jahren seien bei einem Ja zur AHV-Reform nicht mehr möglich.

Zu den Verlierern der AHV-Reform gehörten auch Frühpensionierte, hält der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) fest. «Heute ist es möglich, mit 58 Jahren in Pension zu gehen und eine Pensionskassenrente zu beziehen», sagt Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und SGV-Direktor. «Doch mit der Reform würde das frühestmögliche Pensionierungsalter auf 62 Jahre erhöht.» Das sei «eine störende Einschränkung für die freie Lebensgestaltung» der Versicherten. «Es ist nicht einsichtig, weshalb der Staat jemandem verbieten will, während 40 Berufsjahren mehr zu arbeiten, um dann sieben Jahre früher in Pension zu gehen.» Die Reform sei kein Fortschritt, sie ziehe «unnötige Einschränkungen» nach sich.

Flexibilität eingeschränkt

Es gibt noch weitere Bestimmungen, welche die Flexibilisierung des Rentenalters einschränken. Sie zeigen sich in der Botschaft des Bundesrats. Sie halte fest, sagt Bigler, dass nur jene Versicherten Anspruch auf die Massnahmen für die Übergangsgeneration hätten, die bis zur Erreichung des Referenzalters 65 oder darüber hinaus erwerbstätig blieben. Wer mit 65 oder später in Pension gehe und nur obligatorisch versichert sei, habe eine Besitzstandsgarantie, was die Senkung des Umwandlungssatzes betrifft.

Gehe er aber früher, verliere er laut Botschaft seinen Anspruch und damit bis zu zwölf Prozent an Rente. Diese Einschränkung mache es obligatorisch Versicherten praktisch unmöglich, vorzeitig in Pension gehen. In der Botschaft steht dazu: «Da das BVG heute nur Altersleistungen im ordentlichen Rentenalter garantiert, wird die Einmalzahlung nur im Falle eines Rentenbezugs im Referenzalter geleistet.» Bei allen Berechnungen zu den Mehrkosten seien Bundesrat und Bundesverwaltung davon ausgegangen, dass es keine Einmalzahlungen an Frühpensionierte gebe. «Sonst hätten 150 Millionen an zusätzlichen Mehrkosten ausgewiesen werden müssen.»

Bei den Befürwortern ist man überrascht über diese Argumentation. «Diese Neuerungen waren überhaupt nicht bestritten», betont CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) könne das Pensionierungsalter der Pensionskassen tiefer angesetzt werden – bei mindestens 60 Jahren. Zudem gebe es den Passus, dass ein Vorbezug von mehr als fünf Jahren bei Restrukturierungen und kollektivem Stellenabbau möglich sei. «Hinzu kommt noch eine deutliche Verbesserung: Wird jemandem ab 58 Jahren die Stelle gekündigt, kann er weiterhin bei seiner Pensionskasse bleiben.»

Meistgesehen

Artboard 1