Gegner des Vollamts bringen sich in Stellung

Komitee «130 000 Fr. sind genug – Ja zum Teilamt» lanciert mit Plakataktion den Abstimmungskampf vom 28. Juni.

Fabian Hägler

«130 000 Fr. sind genug» steht in grosser roter Schrift auf den Plakaten, die seit gestern Abend in Wohlen hängen. Mitglieder des Komitees für ein Teilamt des Gemeindeammanns haben sie aufgehängt und damit den Abstimmungskampf im Hinblick auf den 28. Juni lanciert. Dann entscheidet die Wohler Bevölkerung, ob das bisherige Vollamt des Ammanns abgeschafft wird.

«Mit einem Jahreslohn von 130 000 Franken für das Teilamt von 60% kann der neue Gemeindeammann sich und seine Familie gut ernähren», schreibt das Abstimmungskomitee, dessen Mitglieder primär aus FDP- und SVP-Kreisen stammen. Im Vergleich zum Vollamt, für das Walter Dubler heute brutto 215 000 Franken kassiert, müsse das Teilamt kostenneutral sein. «Die Anstellung von zusätzlichem Personal soll sich im Rahmen des eingesparten Lohnes bewegen», hält das Komitee fest. Für neue Stellen (z. B. Personalführung, Verwaltungsdirektion, Standortmarketing) würden 85 000 Franken zur Verfügung stehen.

In einer umfangreichen Mitteilung führt das Komitee weitere Argumente für ein Teilamt auf. Rückblickend wird festgehalten, die Leistungsbilanz des Vollamts seit 1990 sei «verheerend», alle wichtigen Kennzahlen lauteten zum Nachteil von Wohlen. Auch im Vergleich zu Regionalzentren und Nachbargemeinden sei Wohlen «in Rückstand geraten». Darum drängt sich für das Ja-Komitee eine Strukturänderung auf.

«Nicht direkt gegen Dubler»

Das Komitee hält dazu fest, die Teilamtsvorlage richte sich «nicht direkt gegen den bisherigen Amtsinhaber Walter Dub-ler». Dieser könne auch als 100%-Ammann abgewählt werden, «er kann aber im September auch als Gemeindeammann im Teilamt kandidieren». Wichtig ist für das Komitee, dass ein Teilamt «mehr Kandidaten für den Gemeindeammann» bringe. Ein paar Seitenhiebe gegen den aktuellen Amtsinhaber sind dennoch in der Mitteilung enthalten. «Ein teilamtlicher Gemeindeammann muss nicht ständig die Wiederwahl im Kopf haben», oder «unkollegiale Alleingänge sind kaum mehr möglich». Grundsätzlich ist das Komitee der Ansicht, das Vollamt sei nicht zum Wohle von Wohlen und eine Trennung von strategischer und operativer Ebene mit dem Teilamt notwendig.

CVP spricht sich für Vollamt aus

Am selben Tag wie das Komitee für das Teilamt lassen sich Vorstand und Fraktion der CVP zur Abstimmung verlauten. Sie sind dafür, das Vollamt beizubehalten. Durch die Zentrumsfunktion im Freiamt und die stetige Umverteilung vom Kanton zu den Gemeinden habe die Wohler Gemeindeverwaltung immer neue Aufgaben zu übernehmen. Und die CVP kritisiert, die Vorlage richte sich primär gegen den aktuellen Amtsinhaber Walter Dubler. «Es ist falsch, die Rahmenbedingungen zu ändern, wenn man mit dem Personal nicht zufrieden ist», heisst es in der Mitteilung.

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