Altersreform

Gegen Rentenalter 67: CVP paktiert überraschend mit der SP

Die Lebenserwartung steigt und die Geburtenrate sinkt: Das erhöht den Druck auf die Altersreform 2020.Keystone/Ennio Leanza

Die Lebenserwartung steigt und die Geburtenrate sinkt: Das erhöht den Druck auf die Altersreform 2020.Keystone/Ennio Leanza

Zähes Ringen um die AHV: FDP und SVP wollen das Rentenalter erhöhen. Die SP kämpft dagegen – und erhält nun Schützenhilfe von der CVP.

Rentenalter 67 rückt in weite Ferne, wie Recherchen der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ zeigen. In der Gesundheitskommission des Nationalrats ist ein harter Kampf im Gang um die Altersreform 2020. Die Rechte um FDP, SVP und GLP will einen Interventionsmechanismus, der automatisch eine Erhöhung des Rentenalters bis 67 auslösen kann.

Die CVP unter Präsident Gerhard Pfister schlägt sich nun überraschend auf die Seite der Linken: Die CVP will keine Erhöhung des Rentenalters. Und sie bejaht die 70 Franken Zusatzrente. Das zeigt das Positionspapier zur Reform der Altersvorsorge, das der „Schweiz am Sonntag“ vorliegt. Darin steht: «Wir sind gegen einen Interventionsmechanismus mit einer Erhöhung des Rentenalters in der laufenden Reform. Ein AHV-Alter 67 lehnen wir klar ab.»

Zudem befürwortet die CVP «die Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken für tiefere Einkommen oder für Neu-Rentner.» Die CVP will damit einen Ausgleich schaffen zur Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent bei der beruflichen Vorsorge. «Die Senkung des Umwandlungssatzes ist prioritär», sagt Präsident Gerhard Pfister in der „Schweiz am Sonntag“. «Scheitert die Senkung, ist sie für ziemlich lange gescheitert.» Das sähen auch Wirtschafts-Vertreter so. «Sie hat hohes Verständnis für das Vorgehen der CVP».

Mit dieser Argumentation hat Pfister seine Leute hinter sich geschart. «Es ist ein starkes Zeichen, dass sich Gerhard Pfister als Parteipräsident ebenfalls für diese Vorlage ausspricht», sagt CVP-Ständerat Konrad Graber. Der Ständerat habe ein ausgewogenes Paket geschmiedet, sagt CVP-Ständerat Pirmin Bischof. «Doch die Nationalrats-Kommission versalzt es nun.» Dieses versalzene Paket habe vor dem Volk «kaum eine Chance».

Damit gefährde der Nationalrat die dringliche Senkung des Umwandlungssatzes. «Es geht nicht an, alle Ausgleichszahlungen wie die 70 zusätzlichen Franken für die Übergangsgeneration sogar bei den Mindestrenten zu streichen», sagt er in der „Schweiz am Sonntag“. «Und dazu noch das Rentenalter 67 einzuführen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1