Sperrgutabfuhr

Gegen Gratis-Sperrgutabfuhr

Kostenpflichtig: Die Entsorgung von Sperrgut geht in Pratteln weiterhin zu Lasten des eigenen Portemonnaies. (Bild: Kenneth Nars)

Sperrgut

Kostenpflichtig: Die Entsorgung von Sperrgut geht in Pratteln weiterhin zu Lasten des eigenen Portemonnaies. (Bild: Kenneth Nars)

Der Gemeinderat Pratteln und der Einwohnerrat ziehen in Sachen Abfallentsorgung am gleichen Strick. Das Parlament lehnt wie die Exekutive die Einführung einer Gratis-Sperrgutabfuhr ab.

Patrick Rudin

Eine Gratis-Sperrgutabfuhr kommt die Gemeinde zu teuer: Das war die Meinung des Prattler Gemeinderates, und gestern stellte sich auch die grosse Mehrheit des Einwohnerrates hinter diese These: Mit grosser Mehrheit wurde ein entsprechendes Postulat der CVP als erledigt abgeschrieben. Die Sperrgutabfuhr bleibt damit in Pratteln wie bisher kostenpflichtig.

Im vergangenen April hatte die CVP angeregt, drei- bis viermal im Jahr ähnlich wie in Basel auch für die Prattler Einwohner eine Gratis-Sperrgutabfuhr anzubieten, man erhoffte sich davon vor allem weniger wilde Deponien in Pärken und Wäldern.

Gemeinderat Felix Knöpfel bestätigte zwar, dass in der Abfallkasse Geld vorhanden sei, doch investiere man dieses Geld doch lieber in bessere Abfallsammelstellen. Konkret bemängelte der Gemeinderat, dass bei einer Gratis-Abfuhr ein Vielfaches der üblichen Menge an Grobsperrgut bereitgestellt werde, in Pratteln wären mit Mengen zwischen 160 bis 400 Tonnen zu rechnen, dies würde Kosten zwischen 65 000 und 160 000 Franken verursachen.

Derzeit verfügt die Abfallkasse zwar über rund 217 000 Franken, doch ist für die nächsten Jahre der Einbau von mehreren modernen Unterflurcontainern zu je 70 000 Franken an den Sammelstellen vorgesehen.

Einwohnerrat Emanuel Trueb (CVP) war von dieser Antwort allerdings nicht begeistert. «Auf das Problem der wilden Deponien und die damit entstandenen Kosten wird leider in der Antwort des Gemeinderates nicht eingegangen. Es wäre ja denkbar, dass die Gratis-Abfuhr kaum sonderlich viel mehr kostet als das heute notwendige Entsorgen des illegal deponierten Grobsperrgutes», so Trueb.

Er forderte daher, das Postulat stehen zu lassen, damit der Gemeinderat sich weiter mit Lösungen beschäftigen muss. Das sahen aber nebst den Mitgliedern der CVP nur noch einige Einwohnerräte der Grünen und Unabhängigen so, der Rest des Rates schrieb das Postulat als erledigt ab. Der Gemeinderat deutete an, es sei aber wohl bald möglich, die Sperrgutgebühren zu senken -- so komme der Überschuss in der Kasse auch den Einwohnern zugute.

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