Michael Hunziker

Mit der Renaturierung im Rietheimer Feld könnten neue Lebensräume geschaffen, die Vielfalt vergrössert werden, erklärte Regierungsrat Peter C. Beyeler an der Informationsveranstaltung am Donnerstag in Rietheim. Es sei möglich, seltene Arten zu fördern. Auch werde die Hochwassersicherheit verbessert und der Erholungswert gesteigert. Kurz: «Auen bringen Vorteile für die Natur», meinte Beyeler.

«Auen sind wunderschön»

Erik Olbrecht, Projektleiter Auenschutzpark Abteilung Landschaft und Gewässer, pflichtete bei: «Auen sind wunderschön.» Es gebe nur wenige Orte, wo der Kanton Aargau Spielraum habe. Die einzige noch frei fliessende Strecke zwischen Bodensee und Basel befinde sich in Rietheim.
Ingenieur Roni Hunziker vom Büro Hunziker, Zarn und Partner, Aarau, ging auf die Hochwassersituation ein und stellte fest, dass die Öffnung des Rhein-Seitenarms machbar sei. Mit einem gedrosselten Einlauf seien bei den Überflutungsflächen keine Veränderungen zu erwarten.

In der Diskussionsrunde wiesen die Referenten darauf hin, dass der Kanton verpflichtet sei, Renaturierungsmassnahmen umzusetzen. Anders gesagt: Es stelle sich nicht die Frage ob, sondern wie ein Auenschutzpark realisiert werde. Laut Regierungsrat Beyeler werden in intensiven Gesprächen zwischen Kanton, Gemeinderat, Bevölkerung und Pro Natura Aargau die Details geregelt. Es sei entscheidend, die unterschiedlichen Anliegen in einem Mediationsprozess aufeinander abzustimmen. «Wir wollen einen Konsens zu finden», betonte Beyeler. Die renaturierte Auenlandschaft komme Mensch und Natur zugute. Gleichzeitig räumte der Regierungsrat ein, dass für diejenige Landfläche, die im Richtplan als Zwischenergebnis festgehalten ist, noch keine Lösung gefunden wurde.

Beat Rudolf, Gemeindeammann in Rietheim, machte klar, dass der Gemeinderat hinter dem Vorhaben «Auenschutzpark» stehe, aber nicht allen Punkten diskussionslos zustimmen könne. «Die Gemeinde soll am Schluss die Gewinnerin sein», meinte Rudolf. Jetzt liege der Ball bei der Bevölkerung. Diese sei eingeladen, sich Gedanken zu machen.

Nicht alle sehen Vorteile

Andreas Edelmann erwähnte als Vertreter der Landeigentümerin Thermalbad AG, dass bei einem Landabtausch Hand geboten werde.
Die Ansichten über den Nutzen eines Auenschutzparks gingen auseinander. Die Meinung der Bürger sei nicht gefragt, kritisierten einige Anwesende. Sie fühlten sich nicht ernst genommen. Ins gleiche Horn stiess der betroffene Landwirt Raphael Waltenspül. Er legte dar, warum er gegen das Projekt ist und warum er nicht an der Mediation teilnimmt. Es gehe nicht um den Naturschutz. Vielmehr werde die Landwirtschaft eingeschränkt. Im Rietheimer Feld bestehe bereits ein Auengebiet. Nur fehle der Unterhalt.