Krankheiten
Gegen das Jucken und Brennen im Unterleib

Die Zahl der Ansteckungen mit Syphilis und Co. nimmt laufend zu. Die Schweiz «brilliert» mit einer hohen Ansteckungsziffer. Deshalb lanciert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine neuen Kampagne.

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Die Zahl der Ansteckungen mit Syphilis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten hat in der Schweiz im Jahr 2010 weiter zugenommen. Das zeigen die Zahlen, welche das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag publizierte.

Im Jahr 2010 wurden 381 Fälle von Syphilis eindeutig bestätigt. Das sind knapp 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Betroffen waren hauptsächlich Männer. Die meisten von ihnen haben sich in einer homosexuellen Gelegenheitsbeziehung angesteckt. Syphilis wird durch Bakterien übertragen und kann mit Antibiotika bekämpft werden.

Mit Gonorrhoe haben sich im vergangenen Jahr 1173 Personen angesteckt. Das entspricht einer Steigerung um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von dieser bakteriellen Infektionskrankheit - umgangssprachlich «Tripper» genannt - waren hauptsächlich heterosexuelle Männer betroffen.

Männer und Frauen gleichermassen betroffen

Während sich mit Gonorrhoe und Syphilis zumeist Männer anstecken, wird die Chlamydiose vorwiegend bei Frauen diagnostiziert. Im Jahr 2010 gingen beim Bundesamt für Gesundheit 6575 bestätigte Fälle ein, davon stammten rund 70 Prozent von Frauen. Insgesamt stieg die Zahl der Chlamydiose-Fälle im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent.

In der Schweiz stecken sich immer mehr Menschen mit Krankheiten wie Syphilis und Tripper an. Die Zahl der Ansteckungen nimmt gar stärker zu als im westeuropäischen Durchschnitt, teilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit.

Bei dem Immunschwächevirus HIV verzeichnete das BAG im vergangenen Jahr 595 neue positive Diagnosen. Aufgrund langjähriger Erfahrungen rechnet das BAG aber noch mit Nachmeldungen. Somit würden die Fallzahlen etwa jenen von 2009 und 2001 entsprechen. Das ist weniger als in den Jahren 2002 bis 2008, aber mehr als im Jahr 2000. (SDA/cls)