Gefängnis-Essen
Gefängnisinsassen wollen für besseres Essen zum Islam konvertieren

Wenn ein Christ zum Islam konvertieren will, hat das in den meisten Fällen Glaubensgründe. Nicht so im Kantonalgefängnis Frauenfeld: Dort erhoffen sie sich Kalb- statt Schweinefleisch auf dem Teller.

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Auch in den meisten Gefängnissen wird für jede Lebenssituation das richtige Essen angeboten. Die Häftlinge können zu Beginn angeben, ob sie Vegetarier, Diabetiker oder Moslem sind und deswegen kein Schweinefleisch essen.

Wie es aussieht, sind jedoch nicht alle Häftlinge längerfristig mit ihrer Wahl zufrieden. «Wir haben immer wieder Christen, die sagen, sie wollten zum Islam konvertieren, weil Moslems Kalb- statt Schweinefleisch erhielten und ihnen das auch besser schmecke», sagte Ernst Scheiben, Leiter des Kantonalgefängnisses Frauenfeld im Interview mit der «Ostschweiz am Sonntag».

Unter den Konvertiten seien auch Schweizer, wie Scheiben gegenüber «20 Minuten» sagte. Ohne triftigen Grund sähen sie es aber nicht gerne, wenn jemand während des Vollzugs den Menüplan ändern wolle, deshalb würden sie es auch nicht allzu einfach machen.

Man schaue zweimal hin, ob ein Insasse tatsächlich in Zukunft nach dem Islam leben möchte, oder dies nur als Grund vorschiebt, weil er meint, Moslems würden beim Essen bevorzugt. «Generell ist ein Wechsel natürlich aber möglich, wir müssen halt einfach das Kreuzchen in seinem Dossiert an einem anderen Ort machen. Es kann sich also auch jemand während der Haft entscheiden, Vegetarier zu werden», ergänzt Scheiben.

Wie sich die Mahlzeiten der Christen und Moslems genau unterscheiden, weiss Scheiben nicht. «Sicher ist, dass Muslime kein Schweinefleisch bekommen.» (nok)

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