Sicherheit
Gefährlicher Engpass bei Winterreifen

Nicht wenige Schweizer Autofahrer werden den Winter wohl auf Sommerreifen durchstehen müssen: Es gibt zu wenig Winterreifen.

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«In der Wirtschaftsbaisse haben die Reifenproduzenten ihre Produktion zurückgefahren», so Rolf Schürpf der BMW-Garage Binelli & Ehrsam. Die nun wieder hochgefahrene Produktion werde vor allem für die Neufahrzeuge eingesetzt - das Ersatzgeschäft mit Winterreifen hat deshalb das Nachsehen.

Besonders gefährlich: Ausgerechnet die Ersatzlager für Reifengrössen wie sie Lastwagen haben, sind besonders knapp dran. Je nach Reifensatz müsse nicht selten in der ganzen Schweiz herumtelefoniert werden, bis ein solcher aufgetrieben werden kann.

Pneus im Ausland dazugekauft

Die Garagen helfen sich deshalb auch untereinander aus. Reifen, die innerhalb einer Garagenkette nicht aufgetrieben werden können, suchen die Garagisten auch mal bei ihren Mitbewerbern: «Wir sind heute ja auch Kollegen», so Walter Bleuler von Adam Touring. Im Extremfall werden die Pneus sogar aus dem Ausland dazugekauft.

 Schnee in den Weinbergen von Lavaux.
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 Auch im Mittelland, wie hier in Zürich, schneite es am Mittwoch dicke Schneeflocken. Der Boden ist allerdings noch zu warm: Das weiss bleibt nicht liegen.

Schnee in den Weinbergen von Lavaux.

Trotzdem gehen aber einige Autofahrer leer aus. Sie müssen ihr Fahrzeug im Winter stehen lassen. Oder, wahrscheinlicher: Sie machen die Strassen auf Sommerpneus unsicher.

Anders bei Pneu Egger in Aarau: «Unsere vier bis sechs Telefonlinien sind durchgehend besetzt. Nicht selten muss jemand sechs Mal anrufen, bis er überhaupt durchkommt und einen Termin vereinbaren kann», sagt Christoph Müller, Chef der Garage.

«Jedes Jahr dasselbe Spiel»

Auch hier werden die vorrätigen Reifen knapp. Mit Sommerpneus musste bis anhin zwar noch niemand nach Hause fahren. «Wunschkonzerte liegen aber nicht mehr drin. Die Kunden müssen sich mit der Reifenmarke zufrieden geben, die wir für ihre Radgrösse auftreiben können.»

Gerade wenn es frisch geschneit hat, dann «haben plötzlich alle einen Notfall», so Müller. Dann würden diejenigen, die einen Termin haben bevorzugt behandelt. Trotzdem kann es aber nur der Reihe nachgehen. Müller nimmt es dennoch gelassen: «Das ist jedes Jahr dasselbe Spiel».

Es bleibt kalt und nass

Bis zum Wochenende befinden sich die Temperaturen im Sturzflug. Werden für heute in Aarau noch Maximaltemperaturen um 4 Grad erwartet, so sinkt die höchste Temperatur bis Samstag auf minus 2 Grad. Es bleibt nass und feucht mit gelegentlichen Schneefällen oder Schneeregen. (mik)

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