Flugobjekt
Gefahr durch Drohnen: Es fehlt an Abwehr-Systemen

Welches Gefahrenpotenzial von Drohnen ausgeht, hat das westliche Militärbündnis Nato kürzlich untersucht und kommt zum Schluss: Die Bedrohung steigt und es sind noch wenig Lösungen vorhanden.

Drucken
Teilen
Eine Drohne im Anflug auf die Strafanstalt. Ohne ein Warnsystem können Drohnen ungehindert über das Gefängnis fliegen und Waren abwerfen.

Eine Drohne im Anflug auf die Strafanstalt. Ohne ein Warnsystem können Drohnen ungehindert über das Gefängnis fliegen und Waren abwerfen.

Janine Gloor

Es gibt zwar Firmen, die an Warnsystemen tüfteln, um heranfliegende Drohnen aufzuspüren. Doch es fehlt an Abwehrsystemen. Das zeigen Recherchen der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Am Nato-Bericht mitgeschrieben hat auch der Rüstungskonzern Rheinmetall. Für Fabian Ochsner von der Schweizer Niederlassung steht fest: «Es braucht Möglichkeiten, um die Drohnen vom Himmel zu holen.» Rheinmetall arbeite derzeit an einer elektronischen Intervention, um die Steuerung lahmzulegen, und an einer Intervention mittels Laser, um die Drohne abzuschiessen.

Warum es ausser Netzpistolen nur wenige Abwehrsysteme gibt, liegt auch an den Gesetzen in der Schweiz. So ist es nicht erlaubt, ferngesteuerte oder mit GPS gesteuerte Drohnen mit Störsender zu manipulieren. Anders sieht es aus, wenn es darum geht, die flinken Flugobjekte mit Erkennungssystemen aufzuspüren. In den vergangenen Jahren ist in diesem Bereich ein neues Geschäftsfeld entstanden.

Interessiert daran sind auch die Schweizer Gefängnisse. Denn für eine Mini-Drohne braucht man in der Schweiz keine Bewilligung, doch diese Flugobjekte können ohne weiteres Lasten wie Waffen oder Sprengstoff transportieren. «Nicht auszudenken, welche Gefahr besteht, wenn radikale Inhaftierte diese Dinge in die Hände bekommen», sagt Monika Kummer, Leiterin des Regionalgefängnisses Bern.

Nach möglichen Lösungen im Umgang mit Drohnen haben diese Woche Gefängnisdirektoren aus der Schweiz, Deutschland und Österreich an einer Tagung gesucht. «Die Erkennung von Mini-Drohnen scheint praxistauglich gelöst, doch für einen wirkungsvollen Schutz braucht es auch Mittel zur Intervention», sagt Andreas Naegeli, Direktor der Justizvollzugsanstalt Pöschwies.

Aktuelle Nachrichten