"Heute weiss man, dass man in einem Klassenzimmer mit 24 Schülerinnen und Schülern und den heutigen Raumausstattungen bereits nach 16 Minuten einen problematischen Kohlendioxid-Gehalt bekommt. Mann muss also dringend lüften", sagte Zemp am Montag gegenüber der Sendung "HeuteMorgen" von Radio SRF1.

Die Anzahl Schülerinnen und Schüler pro Klasse steige. "Wenn wir dann auf 26 Schülerinnen und Schüler gehen, dann wird das langsam gesundheitsgefährdend."

Dicke Luft, Lärm und wenig Platz

In der LCH-Studie werden neben der Luftqualität im Schulzimmer auch der Raumbedarf von Schülern und Lehrern und die Lärmbelastung untersucht. "Lehrpersonen sind (...) während vielen Stunden einer sehr hohen Lärmbelastung ausgesetzt."

Gemäss der vom LCH herausgegebenen Zeitschrift "Bildung Schweiz" vom Oktober 2013 werden Schulzimmer für 25 Personen mit minimal 75 bis 80 Quadratmetern gebaut. Das ergibt eine Fläche von 3 bis 3,2 Quadratmeter pro Person. "Auch ein Ziegenbock hat gemäss Tierschutzverordnung Anrecht auf 3 Quadratmeter."

Die strukturellen Mängel würden kaum wahrgenommen. "Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass Lehrpersonen ihr ganzes Leben im Schulzimmer verbringen." Sie seien mit den Umständen vertraut und "kennen nichts anderes", hiess es in "Bildung Schweiz".

Verstoss gegen Arbeitsgesetz

Die strukturellen Mängeln im Klassenzimmer will der LCH in seiner Studie nun exakt erfassen. Zemp sagte am Montag im Radio, Raumverhältnisse und -klima müsse man "mal einfach sauber messen, dann kann man sagen, was man auch verbessern kann".

Der Lehrerpräsident verwies auf das Arbeitsgesetz. Dieses schreibe vor, "dass der Arbeitgeber alles unternehmen muss, damit die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer möglichst keinen Schaden nimmt. Das gilt auch für die Schule und das wurde bisher zu wenig thematisiert."

Erste Resultate der Studie will LCH im Herbst 2017 vorlegen.