Eichen-Prozessionsspinner

Gefährliche Raupen sind wieder unterwegs – das müssen Sie wissen

Nun heisst es aufpassen: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind wieder unterwegs. Sie stellen eine Gefahr für Menschen und Hunde dar. Welche Symptome auftreten und wie Sie sich schützen können.

Sie sind klein, haben einen grossen Appetit – in kürzester Zeit schaffen sie es, ganze Bäume kahl zu fressen – und können für Mensch und Tier gefährlich werden: Die Eichen-Prozessionspinner sind wieder unterwegs, wie das Allergiezentrum aha! in einer Mitteilung warnt. Die feinen Brennhaare der Raupen rufen auf der Haut nesselartige Entzündungen hervor. Besonders gefährdet sind die Augenschleimhäute und die Atemwege.

«Der Eichenprozessionsspinner tritt bisher vorwiegend in der südlichen Schweiz auf», wird Martin Bader, Entomologe an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, in der Mitteilung zitiert. Seit einigen Jahren breiten sich die giftigen Raupen aber auch in der Nordwestschweiz aus.

Die Eichen-Prozessionsspinner haben eine Grösse von bis zu fünf Zentimeter und sind von grau-schwarzer Farbe. Ab Ende Mai, anfangs Juni entwickeln sie ihre Gifthaare und tummeln sich gerne auf sonnenexponierten Eichen – am Waldrand, in Schwimmbädern, in Parks. Die Härchen der Raupe können auch in den Verpuppungsgespinsten an den Baumstämmen hängenbleiben und jahrelang ihre giftige Wirkung behalten.

«Wir haben stellenweise seit über zehn Jahren Probleme mit den Eichen-Prozessionsspinner-Raupen», sagte Adrian Bertschi von der Abteilung Tiefbau des Kanton Aargau letztes Jahr gegenüber der AZ. «In den letzten zwei Hitzesommern hat es sich aber intensiviert, vor allem entlang der Radwege, wenn da Eichen stehen. Und im 2018 ist in unserem Departement auch die Abteilung Wald involviert worden, als es entlang der Waldränder Hunde erwischt hat. Im Zuge der Klimaproblematik wird die Raupe künftig sicher noch häufiger vorkommen.»

Gefahr für Menschen und Hunde

Menschen

Das kann passieren, wenn man – bei einem Waldspaziergang oder Gartenarbeiten – mit den Haaren der Raupe in Berührung kommt:

  • Tagelanger Juckreiz, Bläschen, Ausschlag (Raupen-Dermatitis)
  • Bei Augenkontakt: Rötungen, im schlimmsten Fall Bindehautentzündungen
  • Bei Reizung der Atemwege: Husten und Atemnot

Hunde

Sie kommen vor allem dann mit den Brennhaaren in Kontakt, wenn sie das eigene Fell ablecken, das eventuell befallen ist, oder wenn sie herumschnuppern.

  • Vor allem die Schleimhäute sind gefährdet. Das kann zu Atemnot und Schwellungen am Kopf führen.

Schnell handeln ist wichtig

Es gibt verschiedene Wege sich vor den gefährlichen Raupen zu schützen:

  • Am einfachsten meidet man Waldgebiete, die vom Raupenbefall betroffen sind. Diese sind von den Behörden gekennzeichnet – falls Sie Kenntnis davon haben. Wenn Sie selber grössere Mengen von Raupen entdecken, sollten Sie es daher am besten der zuständigen Behörde melden.
  • Nie mit Raupen spielen
  • Langärmelige Kleidung, geschützte Nacken, Arme und Beine

Doch manchmal helfen auch Vorsichtsmassnahmen nicht. Dann ist schnelles Handeln gefragt:

Mensch

  • Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen
  • Haare und Augen (wenn gereizt) ausspülen
  • Kühles Wasser wirkt lindernd
  • Bei Hautausschlag und anhaltenden Symptomen: Arzt konsultieren

Hund

  • Fell ausspülen
  • Wenn die Symptome auftreten: Tierarzt aufsuchen

Wer Raupen des Eichenprozessionsspinners entdeckt, sollte seine Beobachtung beim Pflanzenschutzdienst der Gemeinde melden, damit die Tiere fachgerecht entfernt werden können.

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