Susanne Hörth

Die Möglichkeit, den ersten Tag des Bestehens der neuen Gemeinde Mettauertal gemeinsam zu verbringen, nutzten am 1. Januar rund 350 Frauen, Männer und Kinder. In der Turnhalle im Ortsteil Mettau wurden die Besucher mit einem ganz speziellen und dem Anlass würdigen Musikstück, gespielt von Mitgliedern der Musikgesellschaften Mettau und Wil, begrüsst. Der Dirigent der MG Mettau, Konrad Gisin, hatte den Fanfare-Choral Mettauertal eigens für den Anlass Geburtstag der neuen Gemeinde komponiert.

«Vor knapp 50 Jahren sagte mein Grossvater, es wäre wohl besser, wenn alle Infrastrukturbauten bei der ‹Linde› in Mettau unten gebaut würden. Mein Onkel, der 20 Jahre später Vizeammann in Wil war, sagte dasselbe», begann Peter Weber, Gemeindeammann von Mettauertal, seine Begrüssungsrede. «Trotzdem haben alle Ortsteile der neuen Gemeinde sich entschieden, ein eigenes Schulhaus, ein Versammlungslokal und an den meisten Orten eine Turnhalle zu bauen.» War nun dieser Weg falsch?, fragte Weber. Haben die Bürgerinnen und Bürger falsch entschieden? «Ich denke, diese Gemeinden haben sich für einen Weg entschieden und sind diesen auch konsequent gegangen», verdeutlichte Weber, dass die Zeit damals noch nicht reif war für Entscheidungen, wie sie mittlerweile getätigt wurden. Den Entscheid für einen gemeinsamen Weg fällten die Hottwiler, Wiler, Oberhofener, Mettauer und Etzger im Jahre 2008.

Aktiv mitgestalten

Peter Weber versicherte seinen Zuhörern, dass er und sein Ratskollegium alles daransetzen werden, damit Mettauertal zu einer erfolgreichen Gemeinde mit einer positiven Ausstrahlung werde. «Dies kann nur mit Ihrer Unterstützung gelingen», so der Redner und zitierte Albert Einstein: «Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.» Die Mettauertalerinnen und Mettauertaler forderte Peter Weber auf: «Gestalten Sie die Zukunft, in der Sie zu leben gedenken, mit.»

Neue Ortstafeln

Ein paar Stunden des ersten Tages von Mettauertal verbrachte auch Regierungsrat Urs Hofmann inmitten der grossen Festgemeinde. Ende September hätten die Abstimmungen gezeigt, dass die Aargauer nicht möchten, dass der Kanton von oben herab in die gewachsene Gemeindelandschaft eingreife. Es sei auch seine Meinung, so der Regierungsrat, dass die Gemeinden möglichst frei über ihre Zukunft entscheiden könnten. Etzgen, Mettau, Oberhofen, Wil und Hottwil hätten sich schon vor einiger Zeit dazu entschieden, ihren eigenen und gleichzeitig auch gemeinsamen Weg selbst zu gestalten. «Sie haben ihre Gestaltungsmöglichkeiten genutzt und nicht darauf gewartet, bis Sachzwänge eine bestimmte Zukunft irgendwann zur Unzeit diktieren», so Hofmann und gratulierte den Menschen von Mettauertal zu ihrem Gestaltungswillen. Der Regierungsrat erwähnte, dass manch anderes Fusionsprojekt gescheitert sei. Die Gründe dafür waren unterschiedlich. Im Mettauertal hätten die Menschen die Chance des gemeinsamen Weges gesehen und Mut zum Risiko gezeigt.

Hätte Wettergott Petrus ein Einsehen gehabt, so wären die neuen Ortstafeln von Mettauertal durch gleich mehrere Fallschirmspringer aus der Luft gebracht worden. Die Witterungsverhältnisse liessen dies jedoch nicht zu. Das Team der Fallschirmtruppe Piranha war gleichwohl anwesend und übernahm die Göttifunktion für die neuen Tafeln.

Nach einer Geburt würden die Leute kommen und das kleine Kind bestaunen und dazu gratulieren, sagte Verena Salvisberg, Pfarrerin der Reformierten Kirchgemeinde Laufenburg und Umgebung. Verena Salvisberg, Helmut Minich (Diakon der Kath. Kirchgemeinde Mettau) und Christian König (ref. Pfarrer von Mandach) überbrachten ihre Glückwünsche und den Segen am Neujahrstag nicht einem neugeborenen Kind, sondern der neuen Gemeinde Mettauertal.