EU-Russland

Gaslieferungen nach EU-Russland-Gipfel weiterhin Streitthema

Verhandlungsdelegation Russland-EU

Verhandlungsdelegation Russland-EU

Die Sicherheit russischer Gaslieferungen bleibt der Knackpunkt zwischen der Europäischen Union und Moskau. Russlands Präsident Dmitri Medwedew forderte die EU auf, sich zur Sicherung der Energielieferungen an einem Kredit für die Ukraine zu beteiligen.

"Wir sind bereit, dem ukrainischen Staat zu helfen", sagte Medwedew am EU-Russland-Gipfel im sibirischen Chabarowsk. Die EU und Staaten, die an einer zuverlässigen Energiezusammenarbeit interessiert seien, sollten aber "einen Hauptteil dieser Arbeit" übernehmen.

Russland zweifelt daran, dass die Ukraine die bis zum Winter benötigten 19,5 Milliarden Kubikmeter Gas bezahlen kann. Medwedew warb bei den Gesprächen nahe der chinesischen Grenze erneut für den Abschluss einer neuen Energie-Charta, die die EU jedoch weiter ablehnt.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte nach dem Treffen, die EU sei bereit, die russischen Vorschläge zu prüfen, aber nur auf der Basis bestehender Verträge.

Die EU bezieht ein Viertel ihres Gases von Russland. Im Januar führte ein erbitterter Streit zwischen Moskau und Kiew, bei dem es um Transitgebühren ging, zu einem wochenlangen Stopp der russischen Gaslieferungen in das Transitland Ukraine und damit auch nach Europa.

Die EU sieht dennoch eine Rückkehr zu mehr Vertrauen in ihren Beziehungen zu Russland. "Dieses Treffen hat das gegenseitige Vertrauen gestärkt, was wichtig ist", sagte der amtierende EU-Ratspräsident, Tschechiens Präsident Vaclav Klaus, zum Abschluss des Gipfels.

Auch Medwedew zeigte sich zufrieden mit den zweitägigen Gesprächen. "Es gibt heute keine Zweifel am strategischen Charakter der Beziehungen zwischen Russland und der EU", sagte er in einer vom russischen Staatsfernsehen live übertragenen Pressekonferenz.

Der Kremlchef hatte die EU-Führung in den Fernen Osten des Landes (sieben Zeitstunden östlich von Moskau) eingeladen, um zu zeigen, über welch weite Entfernungen die Rohstoffe transportiert werden müssen. Barroso und Klaus flogen im Anschluss an die Gespräche nach Südkorea weiter.

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