Hofmann

Ganz auf Hofmanns Linie

Besuch in der «Festung»: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf besichtigt mit Regierungsrat Urs Hofmann und Heimleiter Hans Peter Neuenschwander das Jugendheim Aarburg. (Susi Bodmer)

Aarburg

Besuch in der «Festung»: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf besichtigt mit Regierungsrat Urs Hofmann und Heimleiter Hans Peter Neuenschwander das Jugendheim Aarburg. (Susi Bodmer)

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ist mit dem Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann einig: Das Alter für den Jugendstrafvollzug sollte wieder auf 25 Jahre hinaufgesetzt werden.

Urs Moser

Regierungsrat Urs Hofmann plädierte anlässlich seiner Bilanz über die ersten 100 Tage im Amt dafür, junge Delinquenten bis zum 25. Altersjahr im Jugendstrafvollzug belassen zu können. Damit wäre es möglich, einen 15-Jährigen für 10 Jahre in eine geschlossene Anstalt einweisen zu können.

Am Freitag besuchte Bundesrätin Eveline Widmer Schlumpf das Jugendheim Aarburg und pflichtete Hofmann bei: Die Heraufsetzung des Alters von 22 auf 25 Jahre sei zu prüfen, erklärte sie nach ihrem Rundgang durch das Heim. Es sei nicht ideal, wenn ein Jugendlicher in einer Institution wie dem Jugendheim Aarburg mit 18 eine Berufslehre beginne und dann mitten in der Lehre wieder entlassen werde. Widmer-Schlumpf zeigte sich bei ihrem Besuch in Aarburg «sehr beeindruckt» vom Konzept des Jugendheims und davon, wie man es hier schaffe, die richtige Balance zwischen Begleitung, Betreuung, Therapie und Sanktion zu finden. «Man hat einen guten Weg zwischen fördern und fordern gefunden», so die Justizministerin.

Vorbildcharakter

Die Bundesrätin setzt mit ihren Besuchen an der Basis, in Asylaufnahmezentren oder eben Jugendanstalten, die Praxis ihres Amtsvorgängers Christoph Blocher fort. Man sei daran, das Strafrecht und Jugendstrafrecht anzupassen. Da habe sie sich ein Bild der Praxis vor Ort in einer Anstalt machen wollen, die «einen guten Namen und ein gutes Konzept hat», sagte Eveline Widmer Schlumpf nach ihrem Rundgang durch das Jugendheim Aarburg. Dass die Wahl des Ortes kein Zufall war, davon zeigte sich auch Regierungsrat Urs Hofmann überzeugt. Man verfüge mit dem Heim in Aarburg über eine Institution, die gesamtschweizerisch einen sehr guten Ruf geniesse und auch Vorbildcharakter habe. Widmer-Schlumpfs Besuch sei auch eine Anerkennung für alle Angestellten, «die mit einem Rieseneinsatz hier arbeiten».

Auf die viel zitierte «Kuscheljustiz» angesprochen, erklärte Bundesrätin Widmer-Schlumpf, dass sie sich auch die Möglichkeit zur Verwahrung jugendlicher Straftäter vorstellen kann. In einzelnen Fällen, wo sich ein Jugendlicher resistent gegen alle Massnahmen zeige, gebe es wohl keine andere Möglichkeit.

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