Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich: Während die S-Bahnen und Regionalzüge in Zürich, Uri, beiden Basel, dem Tessin und dem Jura mit über zwanzig Prozent ausgelastet seien, betrage die Auslastung in Graubünden knapp über zehn Prozent. Dies schreibt die „Schweiz am Sonntag" mit Verweis auf einen Bericht des Bundesamts für Verkehr.

Diese Zahlen schlagen sich gemäss der Zeitung auch auf die Finanzierung durch: Während im Kanton Graubünden der öffentliche Verkehr mit 600 Franken pro Einwohner und Jahr alimentiert werde, würden für den öV im Kanton Basel-Stadt nur 50 Franken pro Jahr und Kopf aufgewendet.

Wie die „Schweiz am Sonntag" weiter schreibt, habe die Verkehrskommission des Nationalrats den Bundesrat nun beauftragt, das Bestellwesen im Regionalverkehr zu überprüfen. „Aus meiner Sicht machen weitere Taktverdichtungen nur dann Sinn, wenn auch die Nachfrage vorhanden ist", wird der Zuger CVP-Ständerat Peter Bieri zitiert.

Auch Regula Rytz, Co-Präsidentin der Grünen, sieht Verbesserungsbedarf: „Es sollen nicht über Jahre hinaus leere Busse oder Bahnen durch die Gegend fahren", sagt sie der Zeitung. Die Planung solle auf realistische Nachfrage- und Finanzprognosen abgestützt werden.

ETH-Verkehrsprofessor Ulrich Weidmann fordert derweil eine höhere Kostenbeteiligung der Passagiere: „Um das heutige Niveau beim öffentlichen Verkehr halten zu können, müssten die Fahrgäste in Zukunft zehn bis fünfzehn Prozent mehr beitragen", wird er zitiert. Er halte es für prüfenswert, künftig nur noch Linien zu subventionieren, die eine bestimmte Auslastungsquote erreichten. (nch)