Libyen

Gaddafis Zelt sorgt vor UNO-Vollversammlung in New York für Ärger

Muammar Gaddafi

Muammar Gaddafi

Die Teilnahme des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi an der UNO-Vollversammlung im kommenden Monat bringt die US-Behörden in Bedrängnis.

Der Senator von New Jersey, Frank Lautenberg, äusserte sich am Dienstag in einem Schreiben an das Aussenministerium besorgt darüber, dass Gaddafi möglicherweise sein Beduinenzelt auf einem Libyen gehörenden Gelände in dem New Yorker Vorort Englewood aufstellen könnte.

In der Gemeinde leben mehrere Hinterbliebene der Opfer des Anschlags von Lockerbie, bei dem 1988 insgesamt 270 Menschen starben. Gaddafi hatte am Wochenende den wegen seiner Krebserkrankung vorzeitig aus der Haft entlassenen Lockerbie-Attentäter Abdelbasset Ali Mohammed al-Megrahi persönlich empfangen.

Angesichts der jüngsten Ereignisse müsse das US-Aussenministerium Gaddafis Bewegungsradius auf das Gelände um die Vereinten Nationen beschränken, forderte Lautenberg.

Ein Sprecher des Aussenministeriums erklärte dazu, die USA seien nach einer Übereinkunft mit den Vereinten Nationen verpflichtet, ausländischen Staats- und Regierungschefs eine freie Anreise zu ermöglichen.

Es sei nicht klar, ob man Gaddafis Aufenthalt auf New York beschränken könne. Nach seinen Angaben wurden der libyschen Seite die Bedenken bezüglich der Lockerbie-Angehörigen übermittelt.

Englewoods Bürgermeister Michael Wildes sagte der Nachrichtenagentur AFP, er sei überzeugt, dass Gaddafi in der Stadt übernachten werde. Der libysche Geheimdienst habe das betreffende Grundstück bereits untersucht.

Libyen hat in diesem Jahr den Vorsitz bei der im September beginnenden UNO-Vollversammlung. Gaddafi besucht aus diesem Anlass zum ersten Mal seit seinem Machtantritt vor 40 Jahren die Vereinten Nationen in New York.

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