Gaddafi liess über 50 Ausländer seinen Zorn spüren

Muammar Gaddafi ist rachsüchtig. Nach der Verhaftung seines Sohnes in Genf, liess er nicht nur Rachid Hamdani und Max Göldi verhaften, sondern noch 50 weitere Ausländer. Ihr Verbrechen: Sie arbeiteten für eine Schweizer Firma.

Drucken
Teilen

Personen, welche in Libyen für eine Schweizer Firma arbeiten, leben gefährlich. Dies zeigte das Beispiel von Rachid Hamdani und Max Göldi. Den beiden Schweizern wurde nach der Verhaftung von Gaddafis Sohn in Genf die Ausreise verboten. Rachid Hamdani ist in der Zwischenzeit wieder in der Schweiz. Max Göldi steckt in einem libyischen Gefängnis.

Doch nicht genug. Der Wüstenschaich Gaddafi ist rachsüchtig. Gemäss einem Bericht des Westschweizer Fernsehens (TSR) wurden mindestens 50 Personen festgenommen. Alle waren Ausländer - und alle waren für Schweizer Unternehmen tätig. Das libysche Regime verweigerte den Personen die Ausreise, nahm ihnen die Pässe ab und verschleppte Visa-Gesuche. Auch Amnesty International liegen Hinweise vor, dass neben Max Göldi und Rachid Hamdani weitere Personen in Libyen verhaftet worden sind. Zu Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagte Amnesty International Sprecher Daniel Graf: «Wir konnten die Fälle nicht untersuchen oder weiter verfolgen, weil wir keine Informationen über ihr weiteres Schicksal von den betroffenen Firmen, Ländern oder aus Libyen selbst erhalten haben.»

Aus Rücksicht auf die beiden Schweizer Hamdani und Göldi machten die betroffenen Unternehmen die Vorfälle nicht publik. Nach monatelanger Ungewissheit wurden sie alle freigelassen. (skh)

Aktuelle Nachrichten