Atomstreit Iran

G8-Staaten schaffen nur Formelkompromiss zum Iran

Die Aussenminister Italiens und Kanadas: Frattini (l.) und Cannon (r.)

Die Aussenminister Italiens und Kanadas: Frattini (l.) und Cannon (r.)

Die G8-Aussenminister haben sich bei ihrem Treffen in Ottawa in der Frage des weiteren Vorgehens im Atomstreit mit dem Iran lediglich zu einem Formelkompromiss durchringen können.

In einer gemeinsamen Abschlusserklärung heisst es, dass ein "Iran mit Atomwaffen nicht akzeptabel ist", verlautete zum Abschluss des Treffens aus Delegationskreisen. Dies war allerdings auch zuvor niemals strittig gewesen.

Bis zuletzt war unklar, ob in dem Abschlusspapier von Sanktionen überhaupt die Rede ist. Russland habe sich dem Drängen nach einer härteren Gangart gegenüber dem iranischen Atomprogramm widersetzt, hiess es weiter.

Der Iran war das beherrschende Thema der Konferenz. Trotz des zähen Ringens war in Delegationskreisen von einem "Signal der internationalen Gemeinschaft" die Rede. Über Stunden war offenbar gar nicht klar, ob es in der Iranfrage zu einer gemeinsamen Erklärung kommt, verlautete weiter.

Zugleich mahnten die Minister der G8-Staaten - USA, Kanada, Russland, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien - weitere Abrüstungsschritte an. So müsse etwa die im Mai anstehende Überprüfungs-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York zum Erfolg führen, hiess es.

Die Staatengemeinschaft wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das, lässt aber die notwendige Transparenz beim Atomprogramm vermissen. Der Westen dringt daher auf zusätzliche Sanktionen gegen den Iran.

Die G8-Aussenminister betonten aber auch, weiterhin offen für einen Dialog mit der Führung in Teheran zu sein. Das Treffen in Ottawa war ein weiterern Versuch, den Iran zur Erfüllung von Forderungen des UNO-Sicherheitsrats und zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergieagentur IAEA zu bewegen.

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