G-20-Finanzminister legen Streit über Konjunkturprogramme bei

Konferenz-Teilnehmer in Horsham

Konferenz-Teilnehmer in Horsham

Die G-20-Finanzminister haben sich auf eine Stärkung des Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. Den Streit über zusätzliche Konjunkturprogramme schoben sie erstmal zur Seite.

Vehement sprachen sich die Finanzminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer dafür aus, im Kampf gegen die Wirtschaftskrise die Finanzmärkte strenger zu kontrollieren, das lahmende Kreditgeschäft der Banken wieder in Gang zu bringen und jegliche Marktabschottung zu bekämpfen.

"Wir stimmen darin überein, dass wir alle notwendigen Schritte so lange wie nötig unternehmen werden, um die Krise zu beenden", sagte der Gastgeber der Finanzminister-Runde, der britische Schatzkanzler Alistair Darling, in Horsham bei London.

Der Entscheid über Finanzspritzen zum Ankurbeln der Wirtschaft sei Sache der einzelnen Staaten, sagte Darling mit Blick auf Unstimmigkeiten zwischen den USA und Teilen Europas in dieser Frage.

Der IWF soll nach dem Willen der G-20-Finanzminister durch eine deutliche Aufstockung seiner Finanzmittel gestärkt und zudem in die Lage versetzt werden, Ländern im Fall einer finanziellen Schieflage früher und wirksamer unter die Arme greifen zu können.

Zudem sollen alle wichtigen finanziellen Institutionen, Märkte und Instrumente einer angemessenen Regulierung unterliegen, heisst es in der Abschlusserklärung des Finanzminister-Treffens.

Parallel zur Tagung der G-20-Finanzminister hatten sich auch Merkel und Brown getroffen. Merkel zeigte sich überzeugt, dass der G-20-Gipfel trotz teils unterschiedlicher Vorstellungen über Konjunkturprogramme, Regulierungsfragen oder den Einfluss beim Internationalen Währungsfonds ein Erfolg wird.

Bei der insbesondere von Deutschland und Frankreich geforderten harten Linie gegenüber Steuerparadiesen konnten sich die G-20-Minister wegen des Widerstandes einiger Schwellenländer zunächst auf keine gemeinsame Position verständigen.

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