Angriff auf die SBB
Für Fr. 19,50: Deutscher Flixbus ermöglicht Strecke Zürich-Genf zum Dumpingpreis

Ab kommenden Freitag bietet der deutsche Fernbusanbieter Flixbus eine neue Linie von Konstanz nach Lyon an – mit Zwischenstopps in Zürich, Bern, Lausanne und Genf. Passagiere dort am Aussteigen zu hindern, gestaltet sich aber schwierig.

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Das Einsammeln der Flixbus-Passagiere findet auf der wichtigsten Ost-West-Verkehrsverbindung statt – der Paradestrecke der SBB. (Archivbild)

Das Einsammeln der Flixbus-Passagiere findet auf der wichtigsten Ost-West-Verkehrsverbindung statt – der Paradestrecke der SBB. (Archivbild)

Nicole Nars-Zimmer niz

Der Preis ist unschlagbar: Für schlappe Fr. 19.50 bringt das deutsche Unternehmen Flixbus seine Kunden von Konstanz nach Lyon. Auf der rund siebenstündigen Reise hält der grüne Reisecar auch in Zürich, Bern, Lausanne und Genf.

Das Einsammeln der Passagiere findet damit auf der wichtigsten Ost-West-Verkehrsverbindung statt – der Paradestrecke der SBB, wie der «Tages-Anzeiger» in seiner Ausgabe vom Dienstag folgert.

Schweizer Gesetz verbietet frühzeitigen Ausstieg

In der Schweiz herrscht ein sogenanntes Kabotageverbot. Das heisst: Offiziell darf der deutsche Busanbieter innerhalb der Schweiz keine Passagiere aussteigen lassen. Dieses Gesetz soll das einheimische Gewerbe und die Schweizer Bahngesellschaften schützen.

Dass Passagiere den Flixbus dennoch auf Schweizer Boden vorzeitig verlassen, zeigten Tests der «Tageswoche». Laut der Wochenzeitung stiegen von Zürich kommende Reisende statt am Euroairport bereits in Basel Bahnhof aus. Die Busfahrer hinderten dabei niemanden am Aussteigen.

Flixbus will besser informieren

Wie der «Tages-Anzeiger» heute Dienstag schreibt, hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) ein Verfahren gegen das Unternehmen Flixbus eröffnet. Dieses entgegnet, man habe erst in den letzten Wochen realisiert, dass einzelne Fahrgäste frühzeitig auf Schweizer Boden ausstiegen.

Flixbus will die Reisenden nun besser über das Kabotageverbot informieren. So steht in der Ankündigung zur neuen Strecke Konstanz-Lyon, dass Fahrten von Zürich zu den anderen Schweizer Stopps nicht «buchbar» seien. Zudem würden die Kunden über Aushänge in den Cars über das herrschende Schweizer Gesetz informiert.

Trotzdem: Passagiere am Aussteigen hindern können weder der Fahrer noch die Flixbus-Mitarbeiter, wie das deutsche Unternehmen gegenüber dem «Tages-Anzeiger» festhält. (luk)