Genf
Für die Iraner: Penis auf Kunstwerk am UNO-Sitz abgedeckt

Damit die Iraner bei den Verhandlungen zum Atomprogramm teilnehmen, wurde am UNO-Sitz das Relief eines nackten Mannes abgedeckt. Nicht zum ersten Mal.

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Das Marmorrelief «Die Erschaffung des Menschen» am UNO-Sitz in Genf

Das Marmorrelief «Die Erschaffung des Menschen» am UNO-Sitz in Genf

Keystone

Das Marmorrelief am UNO-Sitz in Genf ist vor Beginn der Gespräche zum iranischen Atomprogramm erneut abgedeckt worden. Auf dem Relief, das den Eingang zur Salle de Conseil schmückt, ist das Geschlechtsteil eines Mannes zu sehen.

Grossbritannien hatte das Kunstwerk "Die Schöpfung des Menschen" des Briten Eric Gill 1938 den Vereinten Nationen geschenkt.

Zu Fusse des Werks werden für die morgen Donnerstag beginnenden Gespräche die Fahnen des Iran und der EU sowie der Sessel für die Leiter der Verhandlungsdelegationen platziert.

Das Relief war bereits bei der letzten Gesprächsrunde in Genf vor rund drei Wochen teilweise mit einer Leinwand abgedeckt worden. Kritiker warfen den Organisatoren vor, sie würden übermässig auf die Wünsche des Iran eingehen.

Die Leinwand sei nötig, um einen neutralen Hintergrund für die offiziellen Photos herzustellen, begründete das Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) nun die Massnahme.

Der britische Künstler Eric Gill (1882-1940) liess sich für das Relief von Michelangelos "Die Erschaffung Adams" inspirieren - ein Ausschnitt eines Freskos, welches die Decke der Sixtinischen Kapelle in der Vatikanstadt ziert.