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Fünf Tote bei Demonstrationen in Bangkok - EDA rät von Reisen nach Thailand ab

Die Eskalation hat Konsequenzen für Schweizer Touristen. Das Schweizer Aussenministerium rät jetzt von Reisen nach Bangkok und ganz Thailand ab. Derweil kamen am Freitag bei neuen Zusammenstössen zwischen Armee und Demonstranten fünf Menschen ums Leben.

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Keystone

Die Soldaten der thailändischen Armee feuerten am Freitag auf Anhänger der oppositionellen Rothemden. Die Bilanz: Laut der Nachrichtenagentur AFP kamen fünf Menschen ums Leben. Darüber hinaus wurden bei den gewaltsamen Zusammenstössen mehr als 45 Menschen verletzt - darunter auch drei Journalisten.

Die Regierung liess das von den Demonstranten seit Wochen besetzte Geschäftsviertel vollständig abriegeln und stellte den Strom ab. Daraufhin marschierten die Soldaten in Richtung der Rothemden, setzten Tränengas ein und feuerten Gewehrsalven ab.

Armee schoss in die Menge

Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, schossen die Soldaten auch direkt in die Menge. Oppositionsanhänger verschanzten sich hinter Barrikaden, zündeten einen unbesetzten Polizeibus an und zerstörten Armeefahrzeuge und Wasserwerfer.

Bereits am Donnerstag war ein Demonstrant erschossen und mindestens elf weitere verletzt worden. Seit Beginn der Krise Mitte März kamen damit über 30 Menschen ums Leben und mehr als 1000 Menschen erlitten Verletzungen.

Die Demonstranten gehören mehrheitlich der verarmten Landbevölkerung an und sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie werfen Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva vor, allein im Dienste der Eliten zu stehen und fordern seinen Rücktritt und Neuwahlen. Der im Exil in Dubai lebende Thaksin hatte noch am Freitag zu einer friedlichen Lösung aufgerufen.

EDA rät von Thailand-Reisen ab

Derweil hat das Schweizer Aussenministerium auf die neue Gewaltwelle in Thaland reagiert und seine Reisehinweise angepasst. So rät das EDA von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen nach Bangkok weiter ab.

Die Schweizer Botschaft ist zeitweilig nicht erreichbar. Die Schweizer Botschaft in Bangkok befinde sich in unmittelbarer Nähe des Geschäftszentrums. Der Zugang könne für Besucher vorübergehend erschwert sein. Deshalb sei es der Botschaft je nach Situation nicht möglich, hilfesuchenden Schweizern bei der Aus- oder Weiterreise zu helfen. Zwar seien Flugtransite via Bangkok weiterhin möglich. Dennoch könne dort eine Eskalation der Lage nicht ausgeschlossen werden.

Terroranschläge nicht ausgeschlossen

Darüber hinaus seien für Reisen in ganz Thailand erhöhte Vorsicht nötig. Das Risiko von Terroranschlägen könne im ganzen Land nicht ausgeschlossen werden. Von Reisen in die südlichen Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla werde abgeraten. Dort sind seit einigen Jahren bewaffnete radikale muslimische Gruppierungen aktiv.

Im Zuge dieser Entwicklung haben Deutsche Reiseveranstalter die Annullationen aller Bangkok-Reisen bis Ende Mai verlängert. Schweizer Reisebüros entscheiden am Montag.