Abzocker Quartett

Für die Unia sind Brady Dougan und Christoph Blocher Gewinnertypen

Wer Brady Dougan in der Hand hält, hat gute Gewinn-Chancen. Die Gewerkschaft Unia verschickt seit heute ihr Spiel «Abzocker-Quartett». In dem Quartett outet die Gewerkschaft, die ihrer Ansicht nach, 32 grössten Abzocker der Schweiz.

Was haben Christoph Blocher, Brady Dougan, Daniel Vasella, Viktor Vekselberg und Josef Ackermann gemeinsam? Sie sind alle Karten im «Abzocker-Quartett». Die Unia Zürich verschickt seit heute ihr Kartenspiel, bei dem derjenige gewinnt, der in der jeweiligen Kategorie alle anderen abzockt. Allerdings geht es bei dieser Variante des beliebten Spiels nicht um Pferdestärken, Hubraum oder Geschwindigkeit. Im Unia-Spiel zählen andere Werte. So treten die Manager und Unternehmer in den Kategorien Vermögen, Einkommen, Parteinähe und die Lohnschere im Unternehmen gegeneinander an.

Ziel des Spiels ist es, am Schluss alle Karten in seiner Hand zu haben. Auf eine Topkarte, die alle anderen schlägt, hat die Unia jedoch verzichtet. Mit Brady Dougan hat man aber eine gute Karte in der Hand. Einkommen, Lohnschere und Gier-Faktor machen den CS-CEO zu einem sicheren Wert. Ist es für die Unia nicht komisch, den Topmanager zum Siegertypen zu machen, der kaum zu schlagen ist? «Ich bin mir nicht sicher, dass ihn das zu einem Siegertypen mache, wenn er im Abzocken gewinnt», meint Unia-Mediensprecher Lorenz Keller dazu.

«Obszön, wie diese Leute abkassieren»

Eigentlich wollte die Unia das Kartenspiel schon vor einigen Wochen verteilen. «Wegen Lieferschwierigkeiten kommt das Spiel jedoch erst jetzt unter die Leute», erklärt Keller. Der Mediensprecher der Unia Zürich erklärt, dass die Schweiz in der Disziplin der Abzocker nicht zurückstehen müsse. «Es ist obszön, wie diese Leute abkassieren.» Um die Themen der Lohnschere in Unternehmen und der Abzocker-Manager einmal spielerisch zu thematisieren, sei man auf die Idee mit dem Quartett gekommen.

So berichtete Tele Züri über das Abzocker-Quartett der Unia

Bisher habe sich keiner der im Spiel vertretenen Personen gemeldet und auch Klagen seien noch nicht eingegangen, sagt Keller. Nicht ohne Stolz erzählt Keller jedoch, dass selbst die Werbeagentur Goal von SVP-Werber Alexander Segert ein Quartett bestellt habe. «Das hat uns natürlich sehr gefreut.» Den Begleitbrief an Alexander Segert hat die Gewerkschaft dann auch gleich auf Facebook publiziert.

Die Nachfrage stimme und schon bald seien alle 1500 in der Erstauflage gedruckten Spiele verteilt. Die Druckmaschinen werden also schon bald wieder warmlaufen, verspricht Keller.

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