«Frisches Blut» für Gemeinderat

Der Lommiswiler Gemeinderat erhält ein anderes Gesicht. Gleich acht neue Kandidaten wollen in der neuen Legislatur die Dorfgeschicke leiten, darunter die neu antretende Freie Liste und die SVP. Und: Die Freie Liste macht Erich Burkhalter das Präsidium streitig.

Merken
Drucken
Teilen

Christof Ramser

Bis vor kurzem hat es noch so ausgesehen, als ob es in Lommiswil stille Gemeinderatswahlen geben würde. «Es war sogar unsicher, ob sich überhaupt genügend Kandidaten für die sieben Sitze finden liessen», weiss Ueli Custer, amtierender Gemeinderat und CVP-Kandidat. Nun bewerben sich 12 Personen für den Rat. Erstmals treten die Freie Liste und die SVP an. Aus dem grossen Interesse schliesst Custer «eine gewisse Unzufriedenheit mit der Arbeit im Gemeinderat.» Die Bevölkerung habe wohl das Gefühl, es werde zu wenig geleistet.

Sicher einen Sitz verlieren wird die CVP, die nur noch zwei Kandidaten stellt. «Wir wollten nicht um jeden Preis Kandidaten für unsere Liste suchen», sagt Custer. Das Wohl des Dorfes stehe im Vordergrund, und da sei die politische Ausrichtung unwichtig.

Einhelliger Tenor: Keine Parteipolitik

Keine Parteipolitik will auch die SP betreiben, die zusammen mit Parteilosen und Grünen vier Kandidaten stellt. «Schön wäre es, wenn wir weiterhin drei Sitze hätten», sagt Gemeindepräsident Erich Burkhalter. Er bedauert, dass trotz intensiver Suche keine Frau auf der Liste ist. In erster Linie geht es ihm aber um das Wohl des Dorfes und um Konstanz auf der Gemeindeschreiberei. Darum will Burkhalter Gemeindepräsident bleiben. Um allfällige Restmandate zu sichern, gehen Sozialdemokraten und Grüne mit der CVP eine Listenverbindung ein.

DIE KANDIDATEN

Freie Liste: Roswitha Eichberger-Gradwohl (Sales Support Manager); Matthias Heimlicher (Musiker/Produzent); Beatrice Lüthi-Studer (Technische Kauffrau); Erika Reuteler-Pfeiffer (Sachbearbeiterin); Andreas Gerber (dipl. Ing. HTL).


CVP: Adrian Flury (bisher, Landwirt); Ulrich Custer (bisher, Journalist)


SP und Grüne: Elias Summermatter (Informatiker); Erich Burkhalter (bisher, Bezirkslehrer); Stefan Paratore (bisher, Verkehrsexperte); Marco Ramaioli (Architekt).


SVP: Beat Schneider (Polizist). (mgt)

Ambitionen aufs Gemeindepräsidium meldet die Freie Liste an. «Namen möchte wir aber vor dem Wahlgang am 17. Mai keine nennen», sagt deren Sprecher Matthias Heimlicher. Die Freie Liste hat sich gebildet, weil es in Lommiswil Einwohnerinnen und Einwohner gibt, die mit der Politik, wie sie heute im Dorf betrieben wird, nicht zufrieden sind. Die Freie Liste will «frischen Wind und neue Perspektiven» bringen. Ein Thema, das der ihr sehr am Herzen liegt, sind die Finanzen. Der Finanzhaushalt der Gemeinde müsse dringend saniert werden. Die FdP, die an den vergangenen Kantonsratswahlen den grössten Wähleranteil im Dorf für sich verbuchen konnte, tritt nicht mehr an. Dafür habe es auf der Freien Liste Kandidaten, die dem Freisinn nahe stünden. Heimlicher hofft, dass drei bis vier Kandidaten den Sprung in den Rat schaffen.

Nimmt man die Kantonsratswahlen als Massstab, kann die SVP auf knapp einen Fünftel der Stimmen hoffen. Der einzige Kandidat Beat Schneider malt sich denn auch gute Chancen aus. «Sonst würde ich nicht antreten.» Da es keine Orts-SVP gibt, tritt Schneider unter der Flagge der Amteipartei an. Aus diesem Grund gebe es auch nicht mehr Kandidaten. «Ich bin von meiner Einstellung her ein SVP-ler. Ich will zudem nicht nur die Faust im Sack machen, wenn mir etwas in der Gemeinde nicht passt. Deshalb habe ich mich zu einer Kandidatur entschieden», so der Polizist. Aber aktiv weitere Leute für seine Liste habe er nicht gesucht. Sollte es nicht klappen mit der Wahl, bricht für Schneider keine Welt zusammen. «Das wäre wohl politisches Lehrgeld, das man als Neuling bezahlen muss.» (Mitarbeit: gos, rm)