Regula Vogt-Kohler

Sonnenstrahlen bringen die Gneisbruchstücke der neuen Mauern beim Eingang zum Leuchten und lassen das Wasser glitzern, das unablässig in den von den drei Kirchgemeinden gespendeten Kalksteinbrunnen plätschert. Die Einweihung der erweiterten Schönenbucher Friedhofanlage setzte einen Punkt hinter eine Planungsphase, die 1996 mit einem Auftrag an den frischgewählten Gemeinderat und heutigen Gemeindepräsidenten Markus Oser begonnen hatte. Mit Hilfe verschiedener Statistiken habe er errechnet, wie lange der Platz auf dem bestehenden Friedhof reichen würde, erzählte Oser in seiner Ansprache im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst in der Mehrzweckhalle.

Im Zentrum der Diskussionen über die Erweiterung des Friedhofs stand die Frage des Standorts. Ursprünglich lag der Schönenbucher Friedhof ausserhalb des Dorfs, doch das Wachstum der Gemeinde hatte nicht nur zur Folge, dass der Platz eng wurde, sondern sorgte auch dafür, dass das Siedlungsgebiet die letzte Ruhestätte der Schönenbucher und Schönenbucherinnen einkreiste. Für eine Erweiterung sah deshalb der Zonenplan ein Areal beim Pumpwerk Ledermatt an der Hagenthalerstrasse vor. Mit dem etappenweisen Kauf der angrenzenden Wiese stand aber ab 1998 auch die Option Erweiterung am bestehenden Standort zur Verfügung.

Die Standortwahl löste mehrere emotionale Debatten aus. «Mich graust nur schon der Gedanke, dass man die Verstorbenen ins Industriegebiet verlegt, sie gehören ins Dorf, am bestehenden Ort wäre es gemütlicher», hiess es etwa an der Gemeindeversammlung im Mai 2007.

Neu gibt es ein Gemeinschaftsgrab

Nach einem Informationsabend Ende November 2007 entschieden sich die Schönenbucher Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am 13. Dezember 2007 für eine Erweiterung am bestehenden Standort im Siedlungsgebiet. Ein Jahr später genehmigte die Gemeindeversammlung den Baukredit von 1,85 Millionen Franken, und am 2. Februar 2009 begannen am Baumgartenweg die Bauarbeiten.

Jetzt ist die vom Muttenzer Landschaftsarchitekten Martin Abrahamse entworfene Anlage fertig, ein paar Details fehlen noch. Erst vier Bäume habe man pflanzen können, berichtete Hans-Peter Farner, Präsident der Baukommission. Grund ist das zu warme Wetter. Zentrales Element des Erweiterungsteils ist der Urnenhof mit vier freistehenden Wänden, die je 32 Urnen aufnehmen können. Nördlich und südlich des Urnenhofs liegen Grabkammerfelder für Sargbestattungen. Neu ist das Gemeinschaftsgrab im alten Friedhofteil. Der alte Friedhofweg bildet jetzt die Längsachse zwischen altem und neuem Teil. Zwei mit Gneisbruchstücken verkleidete Mauern markieren den Eingang am Baumgartenweg.