Burma

Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi wehrt sich vor Gericht

Suu Kyi erklärt sich nicht schuldig

Suu Kyi erklärt sich nicht schuldig

Im Prozess gegen Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat sich die Angeklagte für nicht schuldig erklärt. «Ich bin nicht schuldig, weil ich keinerlei Straftat begangen habe», sagte sie gemäss ihrem Anwalt im nicht-öffentlichen Prozess.

Der Prozess wird im berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun hinter verschlossenen Türen abgehalten. Burmas Militärjunta wirft Suu Kyi vor, während ihres Hausarrestes Besuch von einem US-Amerikaner erhalten zu haben und damit gegen die Arrest-Auflagen verstossen zu haben. Ihr drohen mehrere Jahre Haft.

Westliche Regierungen haben das Verfahren als reinen Schauprozess verurteilt und die sofortige Freilassung der Bürgerrechtlerin gefordert. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon will sich bei einem Besuch in Burma persönlich für die Freilassung von Suu Kyi einsetzen, wartet aber noch auf eine Einreiseerlaubnis.

Der ebenfalls angeklagte US-Besucher John Yettaw, dessen Aufenthalt bei der Bürgerrechtlerin der Grund für den Prozess ist, verteidigte nach Angaben von Suu Kyis Anwalt sein ungewöhnliches Auftauchen im Haus der Bürgerrechtlerin.

Er habe sie warnen wollen. "Ich hatte einen Traum, dass Suu Kyi ermordet werden sollte, deshalb kam ich, um sie zu warnen", zitierte der Anwalt die Aussage des Mannes.

Die Junta holte zu einem Schlag unter der Gürtellinie gegen die Friedensnobelpreisträgerin aus. Yettaw sei vielleicht ihr Freund, sinnierte der burmesische Konsul in Hongkong auf der Webseite des Konsulats.

Suu Kyi hatte immer erklärt, sie kenne den Mann nicht und habe ihn nicht zu sich gebeten. Ihr Hausarrest wäre nach 13 Jahren am 27. Mai zu Ende gegangen.

Westliche Beobachter rechnen mit einem Schuldspruch für Suu Kiy. Mit einer Haftstrafe von drei bis fünf Jahren wäre sie von der politischen Bildfläche verbannt und könnte nicht in den Wahlkampf für die für nächstes Jahr von der Militärjunta geplante Wahl eingreifen.

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