Susanne Ziegler
Freude über Andreas Notters Freilassung

«Wir sind unendlich dankbar», sagte die reformierte Pfarrerin Susanne Ziegler am Sonntag in Lenzburg. Trotzdem: In der Kirche brennt noch immer die Kerze für Andreas Notters Kollegen Eugenio Vagni.

Merken
Drucken
Teilen
Susanne Ziegler

Susanne Ziegler

Von Michael Spillmann

Mehr als drei Monate hoffte und bangte die Lenzburger Bevölkerung mit der Familie des auf den Philippinen entführten 38-jährigen IKRK-Mitarbeiters. Am vergangenen Samstagmorgen kam die grosse Erlösung: Andreas Notter ist aus der Geiselhaft befreit! «Diese Nachricht klingt wie die Botschaft von der Auferstehung», so Susanne Ziegler während ihrer Predigt am Sonntagmorgen in der Stadtkirche.

Die reformierte Pfarrerin der Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken war es, die Mitte März zusammen mit ihrem Kollegen Roland Häfliger von der katholischen Pfarrei Herz Jesu Lenzburg einen ökumenischen Gebetsgottesdienst für die drei entführten IKRK-Mitarbeiter durchgeführt hatte.

Damals, wie auch am Sonntag, besuchte die Familie von Andreas Notter den Gottesdienst. «Es gab jeweils viele Reaktionen, es hat die Menschen sehr berührt», erklärte Ziegler. «Nun sind wir sehr erleichtert und unendlich dankbar.» Die grosse Freude über die Freilassung von Notter halte aber nicht davon ab, in Gedanken und Gebeten bei der Geisel Eugenio Vagni zu sein.

«Einziger Wermutstropfen»

Gross war die Erleichterung am Samstag auch bei Stadtammann Hans Huber, der die Nachricht um 7 Uhr im Radio hörte. «Es war ein Freudentag. Ein Wermutstropfen bleibt aber», so Huber, «da sich Eugenio Vagni noch immer in Geiselhaft befindet.»

Der Stadtammann war seit Mitte Januar ständig in Kontakt mit der Familie von Andreas Notter - vor allem dann, als sich die Situation vor einem Monat zuspitzte, als die Rebellen mit der Tötung der Geiseln gedroht hatten. «Ich kenne ihn persönlich. Er ist mental stark und ein zäher Typ. Ich wusste: Er packt das.»

Grosser Empfang bei Rückkehr?

Hans Huber hofft nach wie vor auf ein «Happy End» - auf die Freilassung des verschleppten Italieners Vagni. «Wenn Andreas Notter danach einverstanden ist, würden wir ihn bei seiner Rückkehr gerne feierlich empfangen, um so unserer Freude Ausdruck zu geben», sagte der Stadtammann.