In der Abstimmung vom 30. November entscheidet das Volk unter anderem über die Ecopop-Initative. Sie will die Einwanderung pro Jahr auf 0,2 % Prozent der ständigen Wohnbevölkerung beschränken. Die Zuwanderung soll von heute 80'000 Personen auf 16'000 schrumpfen. Mindestens 10 Prozent der Entwicklungsgelder müssen - so verlangt die Initiative - für freiwillige Familienplanung eingesetzt werden. Die Befürworter haben am Dienstag vor den Medien die Gründe aufgeführt, weshalb eine Reduktion des Bevölkerungswachstums nötig ist. Der Präsident Benno Büeler nahm in einem Interview zu Vorwürfen von seinen Parteikollegen Stellung. 

Sowohl die Kollegen aus den eigenen Reihen, wie auch die SVP haben sich gegen die Initative gestellt. Auch Benno Büeler, Präsident des Initiativkomittees sieht ein, dass es wohl schwierig ist, für das eigene Anliegen eine Mehrheit zu gewinnen. Er hofft, die lancierte Plakatkampagne werde die Leute trotz ungleichen Kräfteverhältnissen erreichen und sie überzeugen können: "Es ist ein Kampf von David gegen Goliath. Von der Basis her gegen das Kapital."

Der Präsident des Ecopop-Initiativkomitees wehrt sich dagegen, die Probleme den Migranten in die Schuhe zu schieben. Die Motivation der Initianten sei nicht Fremdenfeindlichkeit, sondern eine ökologische Verantwortung. Nicht nur jeder Einzelne habe diese wahrzunehmen, sondern die Schweiz verpflichtete sich in der Verfassung und 1992 in Rio, die Umwelt mit politischen Massnahmen zu schützen.

Auch die Forderung, dass mehr Entwicklungsgelder in die Familienplanung investiert werden sollen, würde laut Benno Büeler immer wieder missverstanden. Die freiwillige Familienplanung sei von der UNO 1968 als Menschenrecht erklärt worden. Mit "Herrenvolkdenken" hat sie nichts zu tun, sondern bedeutet, Selbstbestimmung, wann und wieviele Kinder eine Frau, ein Mann oder ein Paar haben wolle. Im reichen Westen sei sie schon lange gängige Praxis. (ang)