von Yen Duong

An der Güterstrasse 105 dröhnen künftig keine Musikboxen mehr. Das Bau- und Verkehrsdepartement Basel Stadt (BVD) hat Ende März die Schliessung des beliebten Clublokals Freiraum Basel als Partylokal verfügt. Dies weil eine Bewilligung fehle und die Räumlichkeiten des Gebäudes im ersten Stock sicherheitstechnisch ungenügend seien.

Den Stein ins Rollen gebracht, hat gemäss Informationen der bz Grossratspräsident und Gundelibewohner Patrick Hafner (SVP). Er hatte sich beim BVD gemeldet und seine Beobachtungen geschildert. Hafner will sich aber nicht zu diesem Thema äussern: Er kenne den genauen Sachverhalt nicht und wolle das Risiko nicht eingehen, zu einem allenfalls noch laufenden Verfahren etwas zu sagen.

Als Lagerraum vermietet

«Wir wurden auf das Gebäude aufmerksam gemacht», sagt Roland Bader, Abteilungsleiter Baubewilligungen und Baukontrolle im BVD, ohne einen Namen zu nennen. Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger seien die besten Baukontrolleure, die man habe. Der Raum sei als Lagerraum vermietet worden. Der Betreiber habe aber eingeräumt, dass dort Events über die Bühne gegangen seien, die Eintritt gekostet hätten, begründet Bader den Entscheid. Im weiteren habe es laut dem Betreiber einen Barbetrieb gegeben.

«Die Feuerpolizei hat den Raum zudem als gefährlich eingestuft, da nicht genügend Notausgänge vorhanden sind. Wenn etwas passiert wäre, wäre die Hälfte der Besucher nicht mehr aus dem Gebäude gekommen», erklärt der Abteilungsleiter weiter. Der Gastgeber habe somit eine Verletzungsgefahr seiner Gäste in Kauf genommen; das sei fahrlässig. Freiraum Basel sei sehr gut besucht worden, wie er erfahren habe. «Die Polizei wird nun in regelmässigen Abständen kontrollieren, ob an der Güterstrasse 105 wirklich keine Partys mehr stattfinden», fügt Bader an.

Dies bestätigt Martin Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt: «Wir haben vom Bauinspektorat ein Amtshilfeersuchen erhalten. Bis jetzt ist die Polizei zwei Mal vor Ort gewesen, beide Male standen sie vor verschlossener Tür.»

Deklaration nicht gekannt

Der Betreiber von Freiraum Basel, Sacha Roche, sagt der bz, dass er nicht wusste, dass der Raum nur als Lager deklariert sei. Der Besitzer habe es ihm als Atelier- und Vereinsraum vermietet. «Dass Fehler gemacht wurden, habe ich erst erfahren, als das Baudepartement anklopfte», sagt Roche.

Enttäuscht über die Schliessung sei er nicht.«Das Gesetz ist manchmal etwas kompliziert. Dass ein alternatives Konzept für Skepsis sorgen kann, ist doch klar», findet er. Er wolle sich auch weiterhin für die Schaffung von mehr Freiräumen auf städtischer Ebene einsetzen. Dafür habe er jetzt einen Verein gegründet.

Enttäuscht über die Schliessung ist aber Corey Tschudin (25). Er besuchte das Lokal etwa drei Mal im Monat. «Es war ein super Ort, um gemütlich abzuhängen oder wilde Partys zu feiern. Es ist sehr schade, dass es oftmals die guten Clubs trifft.»