Schweizer Armee

Freigestellter Oberfeldarzt war gewarnt – stolperte er über grosszügige Dienstreisen?

Andreas Stettbacher ist seit 2009 Oberfeldarzt der Schweizer Armee.

Andreas Stettbacher ist seit 2009 Oberfeldarzt der Schweizer Armee.

Mitarbeiter des Beschuldigten Divisionärs und Oberfeldarztes der Schweizer Armee, Andreas Stettbach, betonen dessen menschlich korrekten und lockeren Umgang. Genau diese Lockerheit könnte dem Divisionär nun zum Verhängnis geworden sein.

Der Divisionär und Oberfeldarzt Andreas Stettbacher (45) ist per sofort freigestellt. Wegen «Verdacht auf strafbare Handlungen gegen das Vermögen sowie strafbare Handlungen gegen die Amts- und Berufspflichten», wie das VBS am Freitag schrieb. Die Freistellung hat nach Informationen von SonntagsBlick Departementschef Guy Parmelin (SVP, 57) selbst angeordnet. 

Äusserungen aus seinem engeren Umfeld lassen darauf schliessen, dass Stettbacher «nicht unbedingt ein grosser Freund des bürokratischen Teils seiner Funktion» war. Er war viel auf Reisen, besuchte als oberster Armee-Arzt viele Kongresse. Möglich sei deshalb laut Kollegen, dass es zu Ungereimtheiten bei Spesenabrechnungen gekommen ist. Dafür spricht auch, dass Stettbacher seit einem Jahr einen neuen direkten Vorgesetzten hat.

Thomas Kaiser, auch er ein Zwei-Sterne-General, gilt als Kontrollfreak. Als Chef der Logistikbasis der Armee soll er gemäss VBS-Mitarbeitern ein besonderes Auge auf Formalitäten werfen. Vor allem auf die Formulare des ihm unterstellten Armeefeldarztes. Mitarbeiter, die Stettbacher wohlgesinnt sind, forderten ihn auch schon zu mehr Sorgfältigkeit auf.

Doch der lockere Mediziner blieb in dieser Angelegenheit «beratungsresistent», wie Insider gegenüber SonntagsBlick bedauern. Stettbacher selbst ist überrascht von den Vorgängen der letzten Tage. Er fühle sich vor den Kopf gestossen und habe keine Ahnung, was ihm vorgeworfen werde, sagte er dem SonntagsBlick. Am Montag wolle er sich deshalb mit seinem Anwalt besprechen.

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