Freienwil sucht Anschluss

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Die Freienwiler suchen Anschluss

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Freienwil, die kleine Gemeinde zwischen Siggenberg und Surbtal, ist verkehrstechnisch nicht sehr gut angebunden: Denn noch fährt kein Bus von Freienwil nach Obersiggenthal.

Annemarie Pelikan

Um den Leitspruch der kleinen Gemeinde zwischen Siggenberg und Surbtal «wohnen und erholen» noch gerechter zu werden, möchten die Freienwiler gerne ganztags und nicht nur in den Stosszeiten Postautokurse im Halbstundentakt. Dafür setzt sich der Freienwiler Urs Rey ein, der in der Regionalen Arbeitsgruppe öV-Konzept Region Baden-Wettingen die Interessen der Gemeinde vertritt. Da Freienwil abseits der Surbtaler Hauptachse via Tiefenwaag liegt, kann das Ziel nur mit innovativen Konzepten erreicht werden. Weil auch der obere Teil von Nussbaumen und der Hertenstein vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten sind, schwebte Rey seit der Eröffnung der Siggenthaler Brücke eine Buslinie vom Surbtal via Freienwil, Hertenstein und Nussbaumen nach Baden vor. «Das ist die Maximalvariante.» Rey könnte sich auch günstigere Varianten wie einen Pendelbus Ehrendingen – Freienwil – Hertenstein – Nussbaumen, vorstellen. So könnte in Freienwil der Halbstundentakt angeboten werden. Denkbar wären auch Kleinbusse ausserhalb der im Halbstundentakt bedienten Stosszeiten.

300000 Franken sind zu viel

Nach Gesprächen mit Vertretern der Gemeinde Obersiggenthal und des Kantons wurde bei den Postautobetrieben Aargau eine Offerte für eine stündliche Verbindung Lengnau–
Freienwil–Hertenstein–Nussbaumen– Baden an Werktagen von 6 bis 20 Uhr eingeholt. Doch die offerierte Variante sprengte die Kostenvorstellungen. Der jährliche Aufwand von gegen 300000 Franken hätten während der Pilotphase von 3 Jahren allein von Freienwil und Obersiggenthal getragen werden müssen. Deshalb verzichteten die beiden Gemeinden.

Urs Rey will nicht so schnell aufgeben. «Die Einwohner von Freienwil sind ökologisch eingestellt und an guten öffentlichen Verbindungen interessiert», betont er. Allein werde die Gemeinde dies nicht schaffen, es brauche eine intelligente, kostengünstige Lösung: «Wir suchen weiter.»

Nicht sehr komfortabel

Als 1963 Freienwil ans kantonale Strassennetz angeschlossen wurde, erhielt die Bevölkerung auch die ersehnte Busverbindung nach Baden. Viermal pro Tag konnte sie nun per Postauto in die Stadt und zurück gelangen, ohne sich wie zuvor beim Fussmarsch nach Ehrendingen schmutzige Schuhe einzufangen. Heute ist die Gemeinde grundsätzlich im Stundentakt erschlossen, während der Hauptverkehrszeiten gilt der Halbstundentakt. Von der Nachbargemeinde Ehrendingen fahren die Postautos im Viertelstundentakt nach Baden. Die anderen Gemeinden im Surbtal haben immerhin halbstündliche Busverbindungen in die Limmatstadt. Rundum herrschen also Verhältnisse, von denen die Freienwiler nur träumen können.

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